ORF weist ATV-Kritik zurück

30. Mai 2001, 11:11
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... und betont Engagement für österreichische Filmwirtschaft

Der ORF hat am Mittwoch Aussagen von ATV-Geschäftsführer Tillmann Fuchs zurückgewiesen, es sei "unerträglich wie die österreichische Filmwirtschaft derzeit vom Monopol und von einigen wenigen, am Rockzipfel des ORF hängenden Produzenten beherrscht wird". In einer Aussendung betonte der ORF dazu, dass die Zusammenarbeit mit der österreichischen Filmwirtschaft, deren Förderung und Stärkung zu den wichtigsten Aufgaben des ORF zähle.

Das Gesamtvolumen dafür habe im Vorjahr mehr als eine Milliarde Schilling (72,7 Mill. Euro) betragen, teilte der ORF mit. Davon habe sich das Volumen in reine Auftragsproduktionen auf rund 810 Millionen Schilling belaufen, jenes an Koproduktionen mit österreichischen Produzenten auf rund 137 Millionen Schilling. Im Rahmen des Abkommens mit dem österreichischen Filminstitut wurden vom ORF rund 94 Millionen Schilling in geförderte Produkte investiert. Insgesamt machten die finanziellen Leistungen des ORF für Auftrags- und Koproduktionen ohne Anmietungen rund 50 Prozent des Gesamtinvestments in die österreichische Filmwirtschaft aus. Der ORF arbeite darüber hinaus nicht mit "einigen wenigen Produzenten" zusammen, wie der ATV-Chef geschrieben hatte, sondern mehr als 50 Produktionsfirmen mit einem Gesamtumsatz von mehr als einer Milliarde Schilling.

"ATV steht es frei, Gespräche mit dem ÖFI zu führen"

Mit dem Beitrag, den der ORF zur Gesamtfinanzierung österreichischer Filme leistet, würden zugleich auch die Österreich-Rechte für die Fernsehausstrahlung erworben, hieß es weiter. Diese Zusammenarbeit sei in einem Abkommen zwischen dem ORF und dem Österreichischen Filminstitut. Es stehe ATV frei, in Gespräche mit dem ÖFI einzutreten und ebenfalls einen Beitrag zur Förderung des österreichischen Films zu leisten. Darüber hinaus könne ATV auch von ÖFI und WFF (Wiener Film Fonds) geförderte Filme, an deren Finanzierung der ORF nicht beteiligt ist und deren TV-Rechte jederzeit verfügbar sind, zu erwerben. Prinzipiell sei "jede Initiative zu begrüßen, die der heimischen Filmwirtschaft dient", hieß es abschließend. Im Programm von ATV seien "bisher allerdings keine nennenswerten Ansätze für ein Engagement für den Filmstandort Österreich zu erkennen". (APA)

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