Wahid eröffnet G-15-Gipfel mit Aufruf zur Solidarität

30. Mai 2001, 09:24
posten

Informationstechnologie im Mittelpunkt - drohende Entmachtung Wahids überschattet Treffen in Jakarta

Jakarta - Mit einem Aufruf zur Solidarität der Entwicklungsländer untereinander hat der indonesische Präsident Abdurrahman Wahid am Mittwoch in Jakarta das Gipfeltreffen der so genannten Gruppe der 15 eröffnet. Überschattet wurde die Konferenz von der parallel laufenden Parlamentsdebatte über die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Wahid. Mehrere Länder waren nicht durch Staats- oder Regierungschefs vertreten, sondern sandten weniger ranghohe Delegierte in die indonesische Hauptstadt.

Die gespannte politische Lage in Indonesien gab jedoch keine Regierung als Grund für ihre Entscheidung an. An der Eröffnungszeremonie nahm auch Vizepräsidentin Megawati Sukarnoputri bei, die als wahrscheinlichste Nachfolgerin Wahids im Falle seiner Entmachtung gilt.

Kluft, Schere,...

Im Mittelpunkt der G-15-Konferenz stehen die Informationstechnologie und ihre Auswirkungen in Folge einer zunehmenden Globalisierung der Wirtschaft. Die Delegierten aus Asien, Afrika und Lateinamerika wollten unter anderem darüber beraten, wie die Kluft zwischen reichen und armen Ländern im Bereich der Informationstechnologie überwunden werden kann.

Wahid rief die Gipfelteilnehmer auf, gemeinsam gegen die negativen Folgen der Globalisierung anzutreten. "Mehrmals haben wir wieder und wieder bewiesen, dass nur wir unsere Rechte verteidigen können, niemand anders", sagte er. Es wurde erwartet, dass die Delegierten am Donnerstag die Erklärung von Jakarta verabschieden, nach der die Mitgliedsstaaten gemeinsam Technologien entwickeln und Innovationen teilen wollen.

Der Gruppe der 15 gehören 19 Länder an: Ägypten, Algerien, Argentinien, Brasilien, Chile, Indien, Indonesien, Iran, Jamaika, Kenia, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Nigeria, Peru, Senegal, Simbabwe, Sri Lanka und Venezuela. (APA/AP)

Share if you care.