US-Sonderbeauftragter lobt deutsche Industrie

30. Mai 2001, 17:24
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USA: NS-Entschädigung stärkt deutsch-amerikanisches Verhältnis

Berlin - Der US-Sonderbeauftragte für Holocaust-Fragen, James D. Bindenagel, erwartet, dass die deutsch-amerikanischen Beziehungen gestärkt aus dem Ringen um die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter hervorgehen. Der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe) sagte Bindenagel laut Vorausbericht, die deutsche Industrie habe Verantwortung für die Vergangenheit übernommen. Sie werde davon Vorteile haben, nicht zuletzt durch die Schaffung eines besseren Geschäftsklimas in den USA und in Osteuropa.

Er fügte hinzu: "Wir haben mit dem Holocaust gemeinsam ein Thema von höchster Sensibilität behandelt, das normalerweise nur von einer Nation selbst angegangen werden kann." Nach rund zweijährigem Streit wird der Bundestag am (heutigen) Mittwoch den Weg für die Entschädigung der ehemaligen NS-Zwangsarbeiter frei machen.

1,5 Millionen Aufträge

In einem von allen Fraktionen getragenen Beschluss wird das deutsche Parlament die Rechtssicherheit für deutsche Unternehmen feststellen und damit den Beginn der Auszahlungen ermöglichen. Zehn Milliarden Mark (5,11 Mrd. Euro/70,4 Mrd. S) stehen für die Entschädigung zur Verfügung. Davon tragen Bund und Wirtschaft jeweils die Hälfte. Die ersten ehemaligen Zwangsarbeiter sollen ihr Geld Mitte Juni erhalten.

Die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", die für die Verteilung des Geldes zuständig ist, rechnet mit rund 1,5 Millionen Anträgen. Am Dienstag vergangener Woche hatte die von 6.300 Unternehmen getragene Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft mitgeteilt, sie betrachte nun die Rechtssicherheit für deutsche Unternehmen vor weiteren Klagen als gegeben. Zuvor war eine Entschädigungsklage gegen deutsche Unternehmen in den USA abgewiesen worden. (APA/Reuters)

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