Palästinenser fordern Israel auf, die Blockade der Autonomiegebiete zu beenden

31. Mai 2001, 18:30
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Bei Sicherheitstreffen Forderungskatalog überreicht - Gespräche sollen weitergehen

Gaza/Jerusalem - Palästinenservertreter haben Israel bei einem Sicherheitstreffen im Gazastreifen aufgefordert, die Blockade der Autonomiegebiete zu beenden. Auch der Flughafen von Gaza müsse wieder eröffnet werden, sagte der Sicherheitschef des Gazastreifens, Abdel Rasek Majeida, am Mittwochabend nach dem dreistündigen Treffen in Beit Hanun. Zudem müsse Israel alle Grenzübergänge zwischen dem eigenen Territorium und palästinensischem Gebiet öffnen.

Dies sei Teil eines Forderungskatalogs, den die Palästinenservertreter der israelischen Delegation überreicht hätten. "Wir wollen, dass Israel positiv auf diese legitimen Forderungen reagiert", sagte Majeida. Damit solle das "Leiden" des palästinensischen Volks gemindert werden. Die israelische Seite wollte die Forderungen vorerst nicht kommentieren.

"Stopp der israelischen Aggression"

An dem Gespräch nahm auch ein Abgesandter der US-Regierung teil. Im Vorfeld des Treffens hatte ein Palästinensersprecher angegeben, seine Delegation werde auf einen "Stopp der israelischen Aggression" und ein Ende des jüdischen Siedlungsbaus in den Autonomiegebieten drängen. Ein ähnliches Sicherheitstreffen war am Dienstag ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Die neue Runde von Verhandlungen, die ein Ergebnis der Vermittlung des neuen US-Nahostbeauftragten William Burns sind, sollen aber nächste Woche fortgesetzt werden, wie aus Teilnehmerkreisen verlautete. Die zuvor regelmäßigen Treffen dieser Art waren etwa zwei Monate unterbrochen gewesen.

Gewalt dauert an

Der palästinensische Unterhändler Saeb Erakat sprach sich gegen eine Trennung von Sicherheitsgesprächen und allgemeinen politischen Verhandlungen aus, wie Israel dies anstrebt. Wenn die Gewalt gestoppt werden solle, bedeute dies die Aufhebung der Absperrungen, die Einstellung des Siedlungsbaus, die Umsetzung unterzeichneter Abkommen und die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen, sagte Erakat.

Unterdessen dauerte die Gewalt in der Krisenregion weiter an. Bei der Explosion einer Autobombe vor einer Schule der israelischen Küstenstadt Netanya erlitten am Mittwoch sechs Personen einen Schock. Zu dem Anschlag bekannte sich die Organisation Islamischer Jihad. In einem Flüchtlingslager im südlichen Gazastreifen schossen israelische Soldaten am Mittwoch auf Steine werfende Jugendliche. Dabei wurde nach Angaben eines Arztes ein 14-Jähriger schwer verletzt; drei weitere Personen erlitten leichtere Verletzungen. (APA/AP)

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