Patent auf Mais: Biopiraterie-Verdacht

29. Mai 2001, 21:21
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München/Wien - Greenpeace und Misereor haben gegen ein Patent auf Mais Einspruch erhoben, das das Europäische Patentamt in München der Firma DuPont erteilt hat: Das Patent schützt "Maiskörner und Produkte mit verbessertem Ölgehalt" und bedeutet, dass jeder Mais mit einem Ölgehalt von mehr als sechs Prozent patentrechtlich DuPont gehört.

Jeder Mais, nicht nur der von DuPont durch Mutationsbeschleunigung im Labor produzierte. Sondern auch der, der auf Feldern Südamerikas wächst, wo ölhaltigere Sorten angebaut werden als in den USA, die die Züchtung in andere Richtungen getrieben haben. Im Extrem müssten Bauern, die ihren jahrhundertelang kultivierten Mais in Mexiko anbauen, dafür Lizenzgebühren an DuPont bezahlen.

"Mit diesem Patent versucht DuPont, sich große Teile der agrarischen Vielfalt anzueignen", urteilen Greenpeace und Misereor, "dieses Vorgehen ist nichts anderes als Biopiraterie." "Aber wir sind zuversichtlich, das Patent kippen zu können", erklärt Greenpeace-Patentexperte Christoph Then dem STANDARD, "vor allem deshalb, weil dem Mais das Kriterium der Neuheit fehlt. Stark ölhaltiger Mais ist in der Literatur schon früher beschrieben." (jl, DER STANDARD, Print-Ausgabe 30. 5. 2001)

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