"Causa Ortlieb": Ermittlungsergebnisse verzögern sich

29. Mai 2001, 19:17
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Bericht über Tiroler Affäre harrt im Ministerium noch immer einer Behandlung

Innsbruck - Die Ermittlungen rund um die "Sex-Affäre" einer in der Flughafengarage aufgefundenen verwirrten Frau, in die möglicherweise auch der Vorarlberger FPÖ-NAbg. Patrick Ortlieb verwickelt gewesen sein könnte, dauern noch an. Es sei vorerst noch nicht entschieden, ob der "Vorhabensbericht" der Innsbrucker Staatsanwaltschaft angenommen wird bzw. ob das Ministerium "etwas anderes will", betonte Staatsanwalt Rudolf Koll am Dienstag.

Koll konnte keine Auskunft darüber geben, ob in dem Bericht entweder die Einstellung oder die Anklage Ortliebs vorgeschlagen worden war. "Ich kann nicht abschätzen, wie lange die Sache noch dauern wird." Die Entscheidung verzögert sich, da "in Verdachtssachen bei Nationalräten Berichtspflichten" vorliegen, hatte der leitende Staatsanwalt Heinrich Cede mitgeteilt. "Was immer wir tun, schlagen wir dem Ministerium vor", daher sei die Weisung des Ressorts abzuwarten.

Zur Vorgeschichte

Eine 34-jährige Innsbruckerin war am 27. März diesen Jahres in der Tiefgarage am Innsbrucker Flughafen aufgefunden worden. Ihre Unterwäsche sowie eine 1.000-Schilling-Note waren neben ihr am Boden gelegen. Da die Frau völlig verstört gewesen war und keinerlei Angaben machen konnte, war ein so genannter Schnelltest auf "K.O.-Tropfen" sowie auf Drogenkonsum durchgeführt worden. Dieser war negativ verlaufen. Ein weiteres Gutachten der Gerichtsmedizin hatte ergeben, dass keine "K.O.-Tropfen" im Spiel gewesen seien.

Der ehemalige Ski-Star hatte nach Einvernahme durch die Innsbrucker Polizei in einer schriftlichen Stellungnahme erklärt, in dem Gespräch als "Auskunftsperson" zur "Klärung dieses Falles" fungiert zu haben. Es sei ihm geraten worden, "dem medialen Druck nicht nachzugeben" und sich gegenüber den Medien "ruhig zu verhalten", denn nur so sei "eine lückenlose Klärung der besagten Nacht möglich", hatte Ortlieb damals erklärt. "Seitens der ermittelnden Behörden" sei ihm "sowieso nie ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorgeworfen worden".

Mysteriöse Autofahrt

Laut einer ärztlichen Untersuchung musste die Frau kurz vor ihrer Auffindung Geschlechtsverkehr gehabt haben. Unklar war vorerst, ob dies freiwillig oder unfreiwillig geschehen war. Wie die Bilder der Überwachungskamera gezeigt hatten, war die Frau einige Zeit davor aus dem Wagen des Politikers gestiegen. Die beiden sollen sich in derselben Nacht in einem Innsbrucker Innenstadtlokal kennen gelernt haben. Anschließend hatte Ortlieb die Frau zum Flughafen gebracht, "weil ich mir gedacht habe, dort kriegt sie schneller ein Taxi", hatte der Vorarlberger NAbg. betont. (APA)

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