Die Wege des Geldes

29. Mai 2001, 19:39
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Fußballpräsident Blatter versucht, in die Offensive zu gehen

Seoul/Berlin - Im Zusammenhang mit einem angeblichen Schwarzgeldkonto seiner einstigen Marketingagentur ISL/ISMM hat FIFA-Präsident Joseph Blatter Verstrickungen in die Affäre erneut vehement zurückgewiesen. "Ich bin nicht bestechlich. Da können sie mir beide Hände abhacken", sagte er der Berliner Zeitung.

Am Montag hatte die FIFA beim Untersuchungsrichteramt des Schweizer Kantons Zug gegen den einst weltweit wichtigsten Sportrechtehändler Strafanzeige wegen Verdachts auf Betrug, Veruntreuung und ungetreue Geschäftsbesorgung eingereicht. Die ISL wird von Blatter verdächtigt, Gelder des brasilianischen TV-Senders O Globo auf ein der FIFA unbekanntes Konto bei einer Schweizer Großbank transferiert zu haben. Dabei soll es sich um 650 Millionen Schilling handeln. "Dieses Geld gehört dem Fußball", so Blatter.

Bezogen auf die angebliche Vergabe von ISL-Geldern an Sportfunktionäre meinte der Weltverbandschef: "Ich will auch wissen, wohin das Geld geflossen ist. Niemand aus der ISMM-Gruppe musste sich dafür rechtfertigen. Immer ist die FIFA unter Druck."

Gemäß eines Vertrags war die ISMM verpflichtet, alle Zahlungen von Lizenznehmern für die WM 2002 auf ein eigens dafür eingerichtetes Konto bei einer Schweizer Großbank überweisen zu lassen. Die Vorauszahlung des Senders O Globo sei einem anderem Konto gutgeschrieben worden, so Blatter. (sid)

(DER STANDARD, PRINTAUSGABE 30.5. 2001)

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