Endgültiges Aus für "Media Most"

29. Mai 2001, 18:23
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Gussinskis Medien-Imperium gerichtlich aufgelöst

Die Holding des Kreml-kritischen Medienimperiums von Wladimir Gussinski ist am Dienstag gerichtlich liquidiert worden. Das zuständige Moskauer Gericht erklärte die hoch verschuldete Holding Media Most auf Antrag der Steuerbehörde für aufgelöst, meldete die Agentur Interfax. Die Richter hoben damit das Urteil einer unteren Instanz auf. Gussinskis Anwälte kündigten zwar Berufung an. Deren Chancen wurden aber als gering eingestuft. Die russische Justiz hatte sich in letzter Zeit stets auf Seiten der Gegner von Media Most gestellt.

In den vergangenen Wochen waren die einzelnen Medien Gussinskis alle unter die Kontrolle des Staates gebracht worden. Der Kreml-nahe Gasmonopolist Gasprom übernahm den Fernsehsender NTW. Auch das Verlagshaus "Sehm dnej" mit der eingestellten Zeitung "Sewodnja" und das Nachrichtenmagazin "Itogi" verloren ihre Unabhängigkeit. Die Journalisten des Radios "Echo Moskwy" verhandeln noch über einen Rückkauf der entscheidenden Anteile am Sender von Gasprom.

Die russische Führung stellte das Vorgehen gegen Gussinskis Medien jeweils als rein wirtschaftliche Konflikte dar, während Kritiker in Russland und im Ausland dem Kreml vorwarfen, missliebige Presseorgane zum Schweigen zu bringen. Gussinski selbst wird von Russland wegen angeblichen Betrugs juristisch verfolgt und lebt in Israel. (APA/dpa)

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