"Lage quasi außer Kontrolle"

29. Mai 2001, 17:33
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Putin mit Arafat über kritische Situation in Nahost beraten

Moskau - Bei einem Treffen mit dem palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat hat der russische Präsident Wladimir Putin die Lage in der Nahost-Region als "quasi außer Kontrolle" bezeichnet. Putin beriet am Dienstag auch telefonisch mit dem israelischen Ministerpräsidentne Ariel Sharon über die kritische Situation in Israel und den Palästinenser-Gebieten.

Zuvor war in Moskau bekannt geworden, dass sich Russland wieder verstärkt in die internationalen Bemühungen zur Beendigung der Gewalt im Nahen Osten einschalten werde. Bei dem neuen Sondervermittler, den Putin einsetzen wolle, soll es sich laut der Nachrichtenagentur Interfax um Vize-Außenmninister Wassili Sredin handeln.

Aufruf, Siedlungsbau zu stoppen

Ein Sondergesandter werde in der kommenden Woche in die Region reisen, erklärte der russische Außenminister Igor Iwanow am Dienstag in Moskau nach einem Treffen mit Arafat. Iwanow betonte, Moskau werde bei seinen Vermittlungsversuchen eng mit den USA zusammenarbeiten. Bei den Vermittlungen "auf Grundlage des Mitchell-Berichts und der ägyptisch-jordanischen Vorschläge" seien "gemeinsame Anstrengungen" notwendig. Er rief Israel dazu auf, den Siedlungsbau zu stoppen.

Arafat verlangte eine konzertierte internationale Friedensinitiative mit stärkerer russischer und europäischer Beteiligung. Er wollte auch mit Putin über Möglichkeiten zur Lösung des Konflikts verhandeln. Dabei sollte es um Pläne für einen neuen Nahost-Gipfel und den Mitchell-Bericht gehen, der ein Baustopp für israelische Siedlungen in den Autonomiegebieten und ein entschlosseneres Vorgehen der Palästinenser gegen Terrorakte vorsieht. (APA)

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