Shell: Ergebnis an der Tankstelle eingedampft

29. Mai 2001, 19:30
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Gewinne kommen fast nur aus Shopgeschäft

Wien - Für die Österreich-Tochter des Ölmultis Shell ist das abgelaufene Geschäftsjahr zwiespältig verlaufen. Während das Ergebnis des Downstream-Geschäfts (Ölprodukte und Tankstellengeschäft) von 847 Mio. S im Jahr 1999 auf 191 Mio. S einbrach, machte das Ergebnis bei Öl-und Gasförderung (primär Ägypten) dank des hohen Ölpreises einen Sprung von 121 auf 279 Mio. S.
Im Tankstellengeschäft habe man ein turbulentes Jahr zu bewältigen gehabt sowie unter den wirklichkeitsfernen und politisch beeinflussten Bedingungen auf dem inländischen Markt gelitten, erklärte Shell-Austria-Chef Paul Jankowitsch. Der wesentliche Teil der Tankstellengewinne (186 Mio. S) komme aus dem Shop-, Wasch- und Schmiermittelgeschäft. "Treibstoff dient nur noch als Sales-Promotion für Mars-Riegel, Leberkässemmeln und Snacks", sagt Tankstellenchef Wilhelm Weiss. Shell werde die Rationalisierungswelle mit dem Auszug aus dem Büro in Wien-Rennweg und der Übersiedlung in ein Büro in der Lobau abschließen. Die erhofften Renditen könne man aber immer noch nicht erreichen, bedauert Jankowitsch.

Kritik übte er an der Zusage der OMV an Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, die heimischen Netto-Spritpreise nicht mehr als 40 Groschen über den EU-Schnitt anzuheben. Dies führte zu einer Aushöhlung der betriebswirtschaftlichen Ertragsfähigkeit und langfristig zu einer Erosion am Markt. (rose, DER STANDARD, Printausgabe 30.5.2001)

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