Kräftiger Aufschwung der Aktienmärkte erwartet

29. Mai 2001, 16:09
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Sal. Oppenheim: Bedeutet noch keine Trendwende - Keine fundamentalen Gründe

Wien - Zumindest einen kurzfristigen kräftigen Aufschwung an den internationalen Aktienmärkten prognostiziert das Bankhaus Sal. Oppenheim. Diese Erwartung stütze sich weniger auf fundamentale Verbesserungen, sondern allein auf den zu erwartenden enormen Geldfluss, der in die Aktienmärkte dränge, sagte das Mitglied der Geschäftsleitung des Bankhauses, Ulrich Kallausch, am Dienstag in Wien am Rande eines Jour Fixe in der Wiener Zweigstelle des Kölner Bankhauses.

Aber das müsse noch nicht bedeuten, dass damit schon eine Trendwende an den Aktienmärkten eingeleitet werde, sagte Kallausch. Ein weiterer Grund für den wahrscheinlichen Aufschwung sei der Umstand, dass Investitionen am Rentenmarkt derzeit uninteressant seien. Viele Investoren würden auch bereits einen erwarteten Konjunkturaufschwung in den USA in der zweiten Jahreshälfte vorwegzunehmen versuchen. Auch wenn der Kursaufschwung keine fundamentale Begründung habe, wolle Sal. Oppenheim davon profitieren, sagte Kallausch. "Wenn es los geht, könnten es schnell 20 Prozent werden."

Chancen für Konjunkturumschwung in USA besser

Generell stehen für Kallausch die Chancen für einen Konjunkturaufschwung in den USA besser als in Europa. Immerhin habe die US-Notenbank bereits fünf Zinssenkungen hinter sich, die Europäische Zentralbank (EZB) aber erst eine.

Die derzeit attraktivste Anlagestrategie mit dem besten Risiko/Nutzen-Verhältnis sei die Passive Core/Active Satellite-Strategie, sagte Sal. Oppenheim-Chefinvestor Christian Nemeth beim Jour Fixe. Bei dieser Strategie werden um ein indexnahes Kerninvestment zur Sicherung der Marktrendite aggressive Satelliten-Investments für mögliche Zusatzrenditen aufgebaut.

Alexander Patka, Abteilungsdirektor für institutionelles Asset Management bei Sal. Oppenheim, empfiehlt privaten Investoren 5 bis 7 Prozent ihres Vermögens in alternativen Investments anzulegen. So hoch sei nämlich auch die derzeitige durchschnittliche Allokation der US-Institutionen. Der Vergleichswert für Europa liege bei rund 3 Prozent.

Die alternativen Investmentprodukte, wie etwa Private Equity, Hedge Fonds, Dachfonds, Multiadvisor Fonds oder auch Immobilien und Kunstwerke, sind in den letzten fünf Jahren mit einem jährlichen Wachstum von 20 Prozent die am schnellsten wachsende Asset-Klasse gewesen, sagte Patka. Über 400 Mrd. Dollar (468 Mrd. Euro/6.436 Mrd. S) seien derzeit in Alternativen Investments veranlagt. Alleine 150 Mrd. Dollar würden auf US-Institutionen entfallen. (APA)

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