Jordanischer König erörtert mit Schröder Nahost-Politik

29. Mai 2001, 14:55
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Werben für ägyptisch-jordanischen Plan

Berlin - König Abdullah II. von Jordanien und seine Frau Rania sind am Dienstag vom deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder in Berlin empfangen worden. Im Zentrum der Unterredung stand die weiterhin gefährliche Lage im Nahen Osten. Bei dem Treffen im Kanzleramt ersuchte der Monarch um die Unterstützung der Regierung für den ägyptisch-jordanischen Friedenplan. Diese diplomatische Initiative sowie die Vorschläge der internationalen Mitchell- Kommission zielen darauf ab, die Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien wieder in Gang zu bringen. Schröder will darüber auch mit Israels Ministerpräsident Ariel Sharon nächste Woche in Berlin sprechen.

Der 39-jährige Sohn des verstorbenen Königs Hussein, der von einer Wirtschaftsdelegation begleitet wurde, warb bei seinem Aufenthalt auch für verstärkte Investitionen in seinem Land. Bei einem Treffen mit deutschen Unternehmern betonte er, dass Jordanien in den vergangenen Jahren wirtschaftlich einen großen Sprung nach vorn gemacht habe. Er verwies darauf, dass zahlreiche junge Leute in den USA als Computer-Fachleute ausgebildet worden seien. Seitens der deutschen Wirtschaft wird Jordanien als zunehmend günstiger Standort in der Region für Firmen und den Tourismusbereich betrachtet. Abdullah wies auch auf die neuen Möglichkeiten durch die letzte Woche eröffnete Freihandelszone im Hafen Akaba am Roten Meer hin.

"Machtloser Herrscher"

Vorbelastet war die Visite des seit Februar 1999 amtierenden Königs durch den publik gewordenen Inhalt eines Gesprächs von Schröder mit US-Präsident George W. Bush im März in Washington. Laut Aufzeichnungen des deutschen Botschafters Jürgen Chrobog hatte Schröder den Monarchen dabei als einen der intelligentesten, aber "machtlosesten Herrscher" der Nahost-Region bezeichnet.

Der Besuch Abdullahs geht einher mit der diplomatischen Offensive des US-Vermittlers William Burns zur Beendigung der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern. Sie sind auch Teil der Bemühungen des Westens, die Rückkehr der USA in die Nahost-Vermittlung zwischen Israel und Palästinensern nach einer Phase der Zurückhaltung zu begleiten. Palästinenser-Präsiden Yasser Arafat hielt sich am Dienstag in Moskau zu Gesprächen auf. (APA/AP/dpa)

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