Neue Potenz-Pille zugelassen

29. Mai 2001, 13:36
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Apomorphin in Österreich bald erhältlich - Erfolge wie bei Viagra

Wien/Brüssel - Mehr Wahlmöglichkeiten in der Behandlung der männlichen Impotenz: Am Montag hat die Europäische Kommission die Substanz Apomorphin-Hydrochlorid für die Behandlung der erektilen Dysfunktion zugelassen. In Österreich wird das Medikament bereits in nächster Zukunft erhältlich sein.

"Die Zulassung von Apomorphin ist eine wichtige Neuigkeit für Männer mit Potenzstörungen. Damit gibt es eine wirkliche Wahl in der first-line Therapie der erektilen Dysfunktion", erklärte der Salzburger Experte und Vorsitzender des Arbeitskreises Andrologie und sexuelle Funktionsstörungen der Österreichischen Gesellschaft für Urologie, Univ.-Doz. Dr. Andreas Jungwirth, in einer Aussendung des japanischen Pharmaunternehmens Takeda.

Das Apomorphin-Präparat - die Substanz wird seit langem auch zur Behandlung des Morbus Parkinson verwendet - wurde von einem Gemeinschaftsunternehmen der Pharmafirmen Takeda (Japan) und Abbott (USA entwickelt. Die Firmen bringen es unter zwei Namen (Ixense - Takeda, Uprima - Abbott) auf den Markt. Das Medikament wirkt auf das Gehirn und auf das Rückenmark, von wo die Erektion gesteuert wird. Im Gegensatz dazu entfaltet Sildenafil (Viagra) seinen Effekt, indem es im Penis das Enzym Phosphodiesterase 5 hemmt, die glatte Muskulatur entspannt und so zur Erektion führt.

Das neue Medikament wird in Form einer Sublingualtablette (zwei oder drei Milligramm Wirkstoff) eingenommen. Die Wirkung tritt bereits nach rund 20 Minuten ein und ist unabhängig von eingenommenen Mahlzeiten.

An der Universitätsklinik für Urologie in Wien wurde das Medikament an mehreren Patienten von Dr. Werner Reiter erprobt. Er erklärte im Februar dieses Jahres: "Man sieht Erfolge, die ähnlich sind wie bei 'Viagra'. (...) Im Grunde warten wir wirklich auf die Zulassung des neuen Mittels."

Ein möglicher Vorteil von Apomorphin: Auch Männer, die an chronischen Herzkrankheiten leiden und so genannte Nitrate zur Erweiterung der Herzkranzgefäße einnehmen müssen, können das Medikament gegen Impotenz verwenden. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit (6,8 Prozent), Kopfschmerzen (6,7 Prozent) und Schwindelgefühl (4,4 Prozent).

Mehrere Pharmakonzerne entwickeln derzeit Medikamente zur Behandlung der erektilen Dysfunktion. So arbeitet das deutsche Unternehmen Bayer an "Vardenafil". Es handelt sich um eine Substanz, die Sildenafil (Viagra) ähnlich ist. Vardenafil soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2002 zugelassen werden.

Die Medikamente zur Therapie der erektilen Dysfunktion wirken von Patient zu Patient unterschiedlich gut. Deshalb bedeuten mehr Substanzen auch bessere Therapiechancen. Neben Apomorphin und Sildenafil gibt es vor allem noch Prostaglandin E zur Selbstinjektion in den Penis. (APA)

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