Studiengesetz-Novelle nimmt letzte Hürde

29. Mai 2001, 17:12
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Neuregelung passiert Ministerrat - Erleichterung bei Studiengebühren - "Urlaub" künftig möglich

Wien - Die Studenten an den österreichischen Universitäten können künftig Urlaub nehmen. Das sieht eine Novelle zum Universitätsstudiengesetz (UniStG) vor, die am Dienstag den Ministerrat passiert hat. Hintergrund der Regelung: Studenten sollen in bestimmten Fällen die Möglichkeit haben, ihr Studium zu unterbrechen, ohne dass ihre Zulassung erlischt und sie bei Neuimmatrikulation mit Anerkennungsproblemen auf Grund eines neuen Studienplans konfrontiert werden.

Die Grundvoraussetzungen

Möglich wird der "Studenten-Urlaub" bei der Ableistung von Präsenz- oder Zivildienst, Schwangerschaft oder zur Betreuung eigener Kinder. Die Studenten müssen während der Unterbrechung keine Studiengebühren bezahlen, dürfen allerdings auch keine Prüfungen ablegen. Beantragt werden muss die Beurlaubung beim jeweiligen Rektor der Universität, de facto wird die Studienabteilung die Voraussetzungen prüfen und die Studenten über die Bewilligung bzw. Ablehnung der Anträge informieren.

Studiengebühren: Leichte Erleichterung

Eine wichtige Ergänzung wird auch im Zusammenhang mit der Einführung der Studiengebühren getroffen: Die Fortsetzungsmeldung und damit auch die Bezahlung des Studienbeitrags wirkt bis zum Ende der Nachfrist für das folgende Semester, also bis zum 30. November (für das Sommersemester) bzw. bis zum 30. April (für das Wintersemester). Erfreulich für die Studenten: Wer nur mehr eine oder zwei Prüfungen ablegen muss, kann dies am Semesterbeginn tun und muss für dieses Semester keine Studiengebühren mehr bezahlen. Nach dem 30. April bzw. dem 30. November ist das Ablegen von Prüfungen aber nur möglich, wenn die Studiengebühren eingezahlt werden. Sollten nach dieser Frist dennoch Prüfungen gemacht werden, sind diese ungültig.

Praktizierende Zahnärzte nicht mehr zugelassen

Weitere Schwerpunkte der Novelle: Um eine Kumulation von medizinischen Doktorgraden zu vermeiden, sollen künftig bereits praktizierende Zahnärzte zum Diplomstudium Zahnmedizin nicht mehr zugelassen werden. Hintergrund dieser Maßnahme ist das zunehmende Interesse jener Zahnärzte, die ihre Ausbildung nach der alten Studienordnung abgeschlossen haben (also Medizinstudium und daran anschließend der zwei- bzw. dreijährige zahnärztliche Lehrgang), die Zulassung zum neuen Zahnmedizin-Studium zu erlangen. Und zwar nicht um zusätzliche Qualifikation, sondern einen zusätzlichen akademischen Grad zu erwerben. Die Zulassung bereits inskribierter Zahnärzte soll deshalb auch erlöschen. Ein Doppeldoktorat ist künftig nur mehr für jene vorgesehen, die tatsächlich sowohl Human- als auch Zahnmedizin studiert haben. Als Ausgleich dürfen Zahnärzte den erweiterten akademischen Grad "Dr. med. univ. et med. dent" führen.

Kleine Panne wird repariert

Mit der UniStG-Novelle wird auch eine kleine Panne repariert, die bei der Einführung der Bakkalaureat-Studien passiert ist. Künftig wird man ein individuelles Diplomstudium auch aus Teilen von Bakkalaureat-Studien bilden können, das war bisher nicht möglich.

Fixiert wird mit der Novelle die ab Herbst dieses Jahres geplante, flächendeckende Einführung einer Studierendenkarte. Diese soll nicht als Lichtbildausweis gestaltet werden, sondern auch die Funktion einer Bürgerkarte übernehmen können. (APA)

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