"Wir müssen schützen, was wir lieben"

30. Mai 2001, 12:55
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Stadträte Kossina und Mailath-Pokorny ziehen Grenzen zu den anderen Parteien

Wien - Mit ihren Grundsatzreferaten haben die beiden SPÖ-Stadträte Isabella Kossina und Andreas Mailath-Pokorny Dienstagvormittag bei der Klubsitzung der Wiener SPÖ im Bildungszentrum der Arbeiterkammer eine deutliche Grenze zu den anderen Parteien gezogen. Die Umweltpolitik als Abgrenzung zu den Grünen und die Kulturpolitik als Mittel des Widerstandes gegen "Lieblingsgegner" Schwarz-Blau standen im Mittelpunkt der beiden Reden.

"Wir müssen schützen, was wir lieben", erklärte Kossina ihren Grundsatz in Umweltpolitik. Dazu zählten für sie die Umwelt und das Leben. Die Umstellung der Entsorgungspolitik über eine Abfallpolitik zu einer Kreislaufwirtschaft oder auch der sparsame Umgang mit Energieressourcen, die vermehrt auf Alternative Energiegewinnung umgestellt werden soll, seien Hauptziele. "Es geht nicht darum, Grüne Utopien umzusetzen, sondern reale Umweltpolitik", sagte Kossina. Sie erteilte auch der Vermarktung von Wasser - eine ÖVP-Forderung - eine klare Absage. "Wasser ist kein handelbares Gut sondern eine Lebensgrundlage."

Mailath-Pokorny mahnt Verantwortungsgefühl ein

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny mahnte bei den SPÖ-Genossen ganz besonderes Verantwortungsgefühl ein: "Wir haben das letzte Mal im Jahr 1919 derartige Zugewinne bei einer Wahl verzeichnet. Dieses hohe Maß an Zustimmung bedeutet ein besonderes Maß an Verantwortung." Bei seinen grundlegenden Prinzipien der Kulturpolitik für die Sozialdemokratie stellte Mailath-Pokorny den freien Zugang zu Kunst, Kultur und Bildung als auch deren ungehinderte Ausübung in den Mittelpunkt. Man müsse nicht einer Meinung sein, aber man müsse alles daran setzen, dass Meinungen frei geäußert werden könnten, meinte der Kulturstadtrat in Anspielung auf einen Ausspruch von Voltaire.

Er habe auch eine Einladung an alle Kulturschaffenden ausgesprochen, in Wien zu bleiben, wo sie nicht mit Menschen zusammentreffen müssten, die sie nicht wollten oder wo sie keine Hand schütteln müssten, die sie ablehnten und wo sie keine Orden aufgedrängt bekämen, sagte Mailath-Pokorny in Richtung Bundesregierung. Auch der finanzielle Background zum ungestörten Kulturschaffen sei in Wien besser. (APA)

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