Zwei Drittel der Firmen preisen schon in Euro aus

29. Mai 2001, 12:17
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Wahrnehmung der Konsumenten noch schwach

Wien - Zwei Drittel der Betriebe in Österreich haben nach aktuellen Schätzungen die doppelte Preisauszeichnung (Schilling und Euro) schon eingeführt. In der Bevölkerung sei die Wahrnehmung der Euro-Preise allerdings noch schwach, weil die Euro-Auszeichnung noch "sehr dezent" ausfalle, stellte am Dienstag der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, bei einem vom Handelsverband initiierten Euro-Kolloquium in Wien fest.

Er halte dies für "nicht sehr klug und attraktiv" und rate dem Handel, den Euro-Preis stärker hervorzuheben. Spätestens am 1. Oktober müsse dies ohnehin der Fall sein. Vom 1. Oktober 2001 bis 28. Februar 2002 besteht die gesetzliche Pflicht zur doppelten Währungsangabe. Dann muss der Euro-Preis auffälliger dargestellt sein als der Schilling-Preis.

Auch IBM-Kunden müßig

Zum Stand der Vorbereitungen der Unternehmer auf die Euro-Umstellung am 1. Jänner 2002 verwies beim Kolloquium Johann Nagl von IBM Austria auf Umfragen, dass im Jahr 2000 erst ein Zehntel der Geschäftstransaktionen österreichischer Firmen in Euro durchgeführt wurden, ein Fünftel der Großunternehmen die Euro-Umstellung abgeschlossen hatte, etwa die Hälfte aller mittleren und großen Unternehmen aber nicht vor Jahresende 2001 damit fertig sein wird. Selbst IBM-Kunden sind etwas müßig: Ende 2000 wickelte erst einer von 20 Kunden seine Geschäftstätigkeiten mit IBM in Euro ab. Erfahrungsgemäß sind nach Angaben des IBM-Managers 80 Prozent der Unternehmensprozesse "währungssensitiv".

Nach Schätzung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wird der einmalige Kostenaufwand von der Umstellung vom Schilling auf den Euro im Unternehmenssektor auf insgesamt rund 1,45 Mrd. Euro (20 Mrd. S) geschätzt. Da die Wirtschaft in der Euro-Umstellung längerfristig jedoch beträchtliche Einsparungen sehe, würden diese Kosten rasch "überkompensiert", ist OeNB-Gouverneur Liebscher überzeugt. (APA)

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    foto: semotan
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