Konservative werfen Blair "verkapptes Referendum" vor

29. Mai 2001, 12:15
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Oppositionsführer Hague: Ja zum Euro wäre permanent und irreversibel

London - Die britischen Konservativen haben der sozialdemokratischen Regierung von Premierminister Tony Blair vorgeworfen, die bevorstehenden Unterhauswahlen am 7. Juni für ein "verkapptes Referendum" über den Beitritt zur Euro-Währung zu nutzen. Der Chef der Oppositionspartei, William Hague, sagte dem "Daily Telegraph": "In dieser Wahl fällt die Schlüsselentscheidung für den Euro." Blair wies die Ausführungen bei einer Wahlveranstaltung am Dienstag zurück. "Die Euro-Entscheidung fällt im Referendum, nicht am 7. Juni."

Hague sagte, ein künftiges britisches "Ja" zum Euro-Beitritt wäre "permanent und irreversibel". Er machte damit nach Ansicht der Zeitung deutlich, dass eine mögliche künftige konservative Regierung nicht versuchen würde, Großbritannien nach einem positiven Referendum wieder aus der Einheitswährung herauszunehmen. "Eine Zustimmung wäre für immer. Es gibt keine Bestimmungen in den Verträgen, die einen Wiederaustritt erlauben", sagte Hague. Nach Angaben der Zeitung dürfte Hague mit seiner "Alles oder Nichts-Position" diejenigen in seiner Partei verärgern, die sich die Option eines Rückziehers aus der Gemeinschaftswährung offen halten wollen. (APA/dpa)

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