Hebe de Bonafini - Argentinische Menschenrechtlerin und Mutter

29. Mai 2001, 12:10
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Buenos Aires - Hebe de Bonafini, Gründerin und Vorsitzende der argentinischen Menschenrechtsvereinigung 'Mütter der Plaza de Mayo', hat nach dem Überfall auf ihre Tochter bekräftigt, ihren Kampf für die Aufklärung der Schicksale Verschwundener unnachgibig fortzusetzen.

Der brutale Angriff werde nichts an ihrer Einstellung ändern, versicherte die Menschenrechtlerin am Montag (28. Mai) in Buenos Aires, deren beiden Söhne während der Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983) ermordet worden waren. Die 35-jährige Alejandra ist ihr einziges überlebendes Kind. Die von Bonafini gegründete Gruppe der Mütter fordert seit Jahren vergeblich Aufklärung, was aus ihren entführten Söhnen und Töchtern geworden ist.

Alejandra Bonafini war am letzten Freitag (25. Mai) von zwei als Telefontechniker verkleideten Unbekannten im Haus ihrer Mutter überfallen worden. Die Täter stülpten ihr einen Plastiksack über den Kopf, schlugen sie, verbrannten sie mit Zigaretten und versuchten sie zu vergewaltigen. Nach mehreren Stunden zogen die wieder ab, nachdem sie offenbar einen Telefonanruf erhalten hatten. "Sie (die Täter) taten alles, was auch in einem Folterlager gemacht wird", berichtete Hebe de Bonafini, die sich zum Zeitpunkt des Überfalls in Brasilien aufhielt.

Nach Ansicht von Hebe de Bonafini galt der Überfall möglicherweise ihr selber oder stellt eine Warnung dar. In den letzten Wochen hatte sie Drohanrufe erhalten, in denen sie dazu aufgefordert wurde, damit aufzuhören, Polizei und Militär der Menschenrechtsverletzung zu beschuldigen. Bonafini fordert nicht nur die Aufklärung der Menschenrechtsverbrechen der Diktatur in Argentinien, sondern auch die Täter vor Gericht zu stellen, die bislang weitgehend Immunität genießen. (IPS)

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