Linzer Musiktheater-Neubau: FPÖ bleibt bei Nein

29. Mai 2001, 11:28
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Freiheitliche legen ihr Konzept "Landestheater Neu" vor

Linz - In der Diskussion um einen möglichen Neubau eines Musiktheaters in Linz legte die FPÖ am Dienstag ihr Konzept "Landestheater Neu" vor. Es bekräftigt das klare Nein der Freiheitlichen zu einem Neubau, zugleich werden weit reichende Maßnahmen am derzeitigen Theaterstandort an der Promenade in Linz vorgeschlagen.

Bei ihrem Nein zum Neubau eines Musiktheaters beruft sich die FPÖ auf das Ergebnis der Volksbefragung im November vergangenen Jahres. Damals hatte sich die Mehrheit für einen solchen Theaterneubau - zur Diskussion stand ein Projekt im Linzer Schlossberg - ausgesprochen. "'Aus dem klaren Nein der Bevölkerung zum Neubau ergibt sich, das bestehende Theater so herzurichten, dass es den modernen Anforderungen entspricht", sagte FPÖ-Landeschef Landesrat Hans Achatz am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Linz. Mit einem "großen Opernhaus" in Linz würde man "Schiffbruch erleiden, da dafür zahlenmäßig das Publikum gar nicht vorhanden ist".

In einem Thesenpapier der FPÖ mit dem Titel "Landestheater Neu" heißt es unter anderem: "Der traditionelle Theaterstandort bietet Linz die einmalige Chance eines Theaters in der Altstadt und im Zentrum von Linz. Darauf darf nicht verzichtet werden".

Architektenwettbewerb

Die räumlichen Probleme im bestehenden Landestheater müssten analysiert werden, es stehe außer Frage, dass in den Werkstätten und Depots Platznot herrscht und das Großes Haus - die derzeitige Musikbühne - an einer schlechten Akustik leidet, so die Freiheitlichen. Daraus ergebe sich die Forderung: "Gemeinsam mit externen Theaterfachleuten sowie im Bau von Theatern erprobten Architekten sind Lösungen zur Behebung der räumlichen Probleme am bestehenden Standort zu erarbeiten". Dafür sollte ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden.

Mit "Nischenangeboten" profilieren

Künstlerisch sollte der Vier-Sparten-Betrieb - Sprech-, Musik- und Jugendtheater sowie Ballett - am Linzer Landestheater aufrecht erhalten werden, so die FPÖ, zugleich sollte man aber auch Spezialisierungen anstreben und sich mit "Nischenangeboten" profilieren. Beispielsweise wären die Mozartpflege, "italienische und französische Raritäten", Barockopern und zeitgenössische Musikliteratur solche Bereiche, die sich für die Spezialisierung der Musiksparte des Linzer Landestheaters eignen würden, erläuterte Achatz. Und nicht zuletzt müsse sich das Landestheater als eine Bühne verstehen, "die junge begabte Künstler fördert und diesen die Möglichkeit bietet, sich zu etablieren".

Die Kosten für das Konzept "Landestheater Neu" seien mit der Hälfte jenes Betrages zu begrenzen, der für das "Theater im Berg" veranschlagt gewesen war, dies waren rund 1,5 Mrd. Achatz: "Eine Beteiligung privater Sponsoren und Bauträger ist anzustreben, um die Ausgaben der öffentlichen Hand möglichst gering zu halten". (APA)

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