Kindberger Autobombe: Verdächtigter wird nach Österreich ausgeliefert

29. Mai 2001, 11:11
posten

Bei der Detonation vergangenen Oktober starb ein Autohändler

Graz - Noch in dieser Woche soll jener Verdächtige, auf den man im Zusammenhang mit der Kindberger Autobombe gestoßen war, nach Österreich ausgeliefert werden: Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Leoben am Dienstag erklärte, wird zunächst eine Voruntersuchung wegen verschiedener Betrugsdelikte gegen den Mann aus der Ukraine eingeleitet. Sollten sich neue Erkenntnisse bezüglich des Mordanschlages ergeben, ist eine Ausdehnung der Untersuchung möglich.

Am 30. Oktober vergangenen Jahres war in Kindberg (Obersteiermark) eine Autobombe detoniert und hatte den 61-jährigen Adolf F. getötet. Dieser handelte mit Leasing-Autos und hatte unter anderem in die Slowakei geschäftliche Verbindungen. Als Geschäftsführerin war für ihn Andrea S. tätig, die mit dem nun verdächtigen Alexander S. verheiratet ist.

"Nicht ungefährlich"

Gegen Alexander S. wurde Ende Februar ein Auslieferungsantrag gestellt, allerdings nur wegen Betruges und Erpressung. In den nächsten Tagen soll der Ukrainer nun nach Österreich ausgeliefert und in der Strafanstalt Leoben untergebracht werden. "Über den genauen Zeitpunkt wollen wir keine Angaben machen, da die Überstellung nicht ungefährlich ist", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Sollten sich im Rahmen der Voruntersuchung Anhaltspunkte in Bezug auf die Autobombe ergeben, könnte eine "Nachtragsauslieferung" beantragt werden. Erst dann wäre es möglich, gegen den Ukrainer auch Untersuchungen bezüglich des Mordes an Adolf F. durchzuführen. (APA)

Share if you care.