Handy-Nutzung im Auto gefährlicher als bisher angenommen

29. Mai 2001, 11:02
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Kanadische Wissenschaftler halten Handy-Verbot für angemessen

Im Jahr 1997 hatten die US-Wissenschaftler Donald Redelmeier und Robert Tibshirani von der University of Toronto eine Studie zum Thema Handy-Nutzung im Auto veröffentlicht, die weltweit Beachtung fand (New England Journal of Medicine: "Association between Cellular-Telephone Calls and Motor Vehicle Collisions", Vol. 336, No. 7). Die beiden Forscher hatten herausgefunden, dass Handy-Telefonate während des Autofahrens das Unfallrisiko um das Vierfache vergrößern, da sie zu stark vom eigentlichen Fahrgeschehen ablenken. Das Risiko sei damit genau so groß, als wenn sich ein Betrunkener hinter das Steuer setzt. Dies gelte auch für die Verwendung von Freisprechanlagen, so die Studie.

Wissenschaftler unterschätzten Gefahr von Handys

Nun wenden sich Redelmeier und Tibshirani erneut an die Öffentlichkeit, denn sie glauben sich falsch verstanden. "Wir wünschen uns heute, wir hätten das Unfallrisiko durch Telefonate im Auto in unserer Studie damals noch klarer betont", erklären die Wissenschaftler. Viele Faktoren zeigten, dass die Studie die Gefahren damals unterschätzte. Ein Handy-Verbot im Auto sei völlig angemessen. Leider hätten in den letzten Jahren zumeist Befürworter der Handy-Nutzung im Auto die Studie als Beweis angeführt, dass - richtig eingesetzt - mehr für die Nutzung des Handys beim Autofahren spreche als gegen sie.

"Telefonieren im Auto ist erheblich gefährlicher als Radiohören"

Die Forscher hatten in ihrer Studie auch Vorteile des Handy-Gebrauchs herausgestellt: Durch die schnellere Alarmierung von Rettungsdiensten bei Autounfällen könnten Menschenleben gerettet werden. Dies sahen Befürworter als wichtiges Argument für die Nutzung des Handys an. Die Wissenschaftler hatten ferner geschrieben, dass Autofahrer nicht nur durch das Handy, sondern auch durch Radiohören und Gespräche mit Mitfahrern ständig abgelenkt seien. "Telefonieren im Auto ist aber erheblich gefährlicher als Radiohören", erklärten Redelmeier und Tibshirani jetzt im New England Journal of Medicine.(pte)

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