Online auf Schnorrer-Tour um die Erde

29. Mai 2001, 10:06
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Niederländer lässt sich im Internet einladen

Ramon Stoppelenburg hat einen Weg gefunden, die Welt zu sehen - ohne dabei Geld auszugeben. Ganze 350 Schilling für die Registrierung einer Internet-Seite und eine genial einfache Idee - mehr hat er sich die Erfüllung seines Traumes nicht kosten lassen. Auf seiner Homepage ´www.let-me-stay-for-a-day bittet der 24-jährige Niederländer die global vernetzte Internet-Gemeinde einfach darum, ihn für einen Tag einzuladen.

Sechs Wochen später startete der findige Globetrotter am 1. Mai von seiner Heimatstadt Hilversum aus per Anhalter in ein spannendes Reiseabenteuer.

"Ich habe mehr als 1.000 Einladungen aus 64 Ländern im Gepäck", freut sich Ramon. "Wenn das so weiter geht, bin ich drei bis vier Jahre unterwegs." Wenn nichts dazwischenkommt. Das Reisebudget des jungen Globetrotters ist nämlich "gleich Null". "Am ersten Tag, an dem ich Geld ausgeben muss, ist die Tour vorbei." Einen Reiseplan hat der 24-Jährige nicht. Seine Etappen richten sich nach den Einladungen und vorwärts kommt Ramon per Anhalter. Zweimal täglich loggt er sich ein, um neue Nachtlager klar zu machen.

In Frankreich kam er nicht so recht voran, weil viele Internet-Nutzer seine englischsprachige Seite nicht lesen können: Mit landesweit nur 20 Einladungen müsste er etwa von Paris ins südfranzösische Toulouse kommen, und das ist zu weit für eine Autostopp-Strecke.

Ein schwarzer Fleck auf seiner virtuellen Reiseroute ist Afrika: Eine Einladung aus Ghana und eine Handvoll aus Südafrika machen deutlich, dass der Kontinent für Ramons Reiseidee technisch noch nicht gerüstet ist. Dagegen könnte er sich seine Übernachtungsmöglichkeiten im angelsächsischen Raum, aber auch in Indien und China aussuchen: "Sobald ich den Fuß auf den Boden der USA setze, will mich Jay Leno in seiner Talkshow haben."

Auch über die Kosten für sein Flugticket ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten muss sich Ramon keine Sorgen machen: Mehrere Unternehmen wollen ihm den Trip finanzieren, wenn sie sich im Gegenzug auf ihren Internet-Seiten mit seinem Namen schmücken dürfen. Selbst in Hotels könnte er kostenlos übernachten. Wo er die letzte Nacht seiner Weltreise verbringen will, weiß Ramon bereits: "Im Weißen Haus. Ich werde George W. Bush persönlich sagen: 'Laden Sie mich für einen Tag ein.'" (APA)

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