Libro mit Sanierungstrio

29. Mai 2001, 18:25
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MCN-Sanierer Otto Arbeiter wird das Kommando übernehmen

Wien - Der Sanierer und derzeit noch Vorstand der im Ausgleich befindlichen MCN Otto P.Arbeiter wird Werner Steinbauer als Finanzvorstand bei der ins Trudeln geratenen Libro AG ablösen. Werner Steinbauer ist, wie berichtet, zurückgetreten und scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus. Arbeiter, der unter anderem als Sanierer bei Hartlauer und Stölzle tätig war, wird von der Anwaltskanzlei Kosch & Partner beraten und unterstützt, teilt Libro am Dienstag mit.

Chwatal dritter Mann

Der Vorstand der angeschlagenen Medienhandelskette Libro wird auf ein dreier Gremium erweitert. Neben Arbeiter und dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden Andre Rettberg wird der ehemalige Assistent des Industriellen Herbert Liaunig, Bernhard Chwatal, in den Libro-Vorstand einziehen. Mit dieser Besetzung habe der Aufsichtsrat einen erfahrenen Libro-Mitarbeiter in den Vorstand berufen, teilt das Unternehmen mit. Chwatal, der für den Bereich Organisation verantwortlich sein wird, werde dem Unternehmen langfristig zur Verfügung stehen und damit Kontinuität gewährleisten. Der Vorstand wird in den nächsten Wochen die laufenden Einnahmen des Unternehmens zum Begleichen der laufenden Aufwendungen und für den Zukauf von Waren bis zum Abschluss der Prüfung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens verwenden, hieß es. Damit können die Chancen für einen positiven Abschluss der laufenden Gespräche mit neuen Eigenkapitalinvestoren gewahrt werden.

Gehälter gesichert

Die Mai-Gehälter für die rund 3.100 Libro-Mitarbeiter sind laut Angaben aus dem Unternehmen gesichert. Am Mittwoch werde mit der Auszahlung begonnen. Nach wie vor offen ist, wer für den dringenden Liquiditätsbedarf von rund 300 Mill. S (21,8 Mill. Euro) aufkommt. Die Eigentümer, die Finanzierungsgesellschaft UIAG und die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG), haben bis jetzt abgelehnt. Die Telekom Austria hat ihre Beteiligung von 25 Prozent plus eine Aktie, wie berichtet, bereits auf Null abgeschrieben. Die Gläubigerbanken wollen erst dann über einen Schuldennachlass reden, wenn die Eigentümer nachschießen. (APA)

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