Neuer Friedensplan für Mazedonien

29. Mai 2001, 07:16
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EU-Beauftragter Solana für Entwaffnung der Rebellen und freien Abzug ins Kosovo

Skopje/Kumanovo - Der Beauftragte für die EU-Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, hat am Montag angeblich der mazedonischen Regierung einen Plan zur Beendigung des Rebellenkampfes im Norden des Landes vorgelegt. Solana selbst wollte nach seinen Gesprächen mit Präsident Boris Trajkovski und Ministerpräsident Ljubco Georgievski keine näheren Angaben machen. Er sagte lediglich, er habe der Regierung der Nationalen Einheit seine volle Unterstützung ausgedrückt und an die mazedonischen und mazedonisch-albanischen Politiker appelliert, ihren Dialog fortzusetzen.

Nach Angaben eines Fernsehsenders in der Hauptstadt Skopje sieht der Solana-Plan die Entwaffnung der albanischen Rebellen vor, die seit März im Nordteil des Landes kämpfen. Die Entwaffnung soll unter Aufsicht des Roten Kreuzes stattfinden. Währenddessen sollen sich die mazedonischen Sicherheitskräfte zurückhalten. Den Guerilla-Kämpfern soll freier Abzug in den Kosovo garantiert werden.

Angst vor Zerbrechen Mazedoniens

Bei seiner Ankunft hatte Solana gesagt, er wolle klären, wie der politische Dialog in Mazedonien fortgesetzt werden könne. Die EU befürchtet, dass Mazedonien, das erst 1991 von Jugoslawien unabhängig geworden ist, bei zunehmenden Spannungen zwischen Albanern und Slawen zerbrechen könnte. Die Regierung weigert sich, mit den Rebellen zu verhandeln. Die Kämpfe halten seit mehreren Monaten an. Von den zwei Millionen Mazedoniern sind rund ein Drittel Albaner.

Die mazedonische Armee hat am Montag ihre Angriffe auf Stellungen albanischer Rebellen im Nordosten des Landes fortgesetzt und nach eigenen Angaben ein weiteres Dorf erobert. Ein Sprecher der Armee sagte am Abend, die Freischärler seien aus Matejce vertrieben worden. Die Rebellen dementierten zunächst die Meldungen über den Fall Matejces an die Armee. Das mazedonische Fernsehen zeigte jedoch Bilder aus dem Ort und Spuren des vorangegangenen Kampfes.

Die Berichte gaben keine Hinweise auf die Zivilbevölkerung. Die Regierung hält den Freischärlern vor, die Bewohner der Dörfer als Schutzschild zu missbrauchen. Artillerie und Panzer beschossen am Montag auch die Dörfer Orizare und Slupcane. Zuvor waren bereits zwei andere Dörfer zurückerobert worden. Zu Beginn der Offensive am Donnerstag hatte die Armee als Ziel den Entsatz von zehn albanischen Dörfern angegeben. Das Verteidigungsministerium teilte mit, es bemühe sich weiter darum, tausende Zivilisten aus dem Kampfgebiet in Sicherheit zu bringen. (APA/dpa/Reuters)

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