Wie sich unsere Erbsubstanz für einen Lichtsensor verwenden lässt

29. Mai 2001, 13:31
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Italienische Forscher bauen einen Prototyp mit Guanin

Lecce - Lichtempfindliche Sensoren auf der Basis des Erbgut-Bausteins Guanin wollen italienische Forscher künftig anwenden. Ein erster Prototyp der Physiker des Instituto Nazionale per la Fisica della Materia zeigte eine überraschend hohe Lichtempfindlichkeit. Wie der Forscher Ross Rinaldi in der Fachzeitschrift "Applied Physics Letters" berichtet, sei der Guanin-Sensor doppelt so empfindlich wie bisher im Handel erhältliche Detektoren.

Dieser Sensor lässt sich in der Größe eines Zehntel Mikrometers (millionstel Meter) herstellen und kann so in die winzigen elektronischen Schaltkreise von Computerchips integriert werden. Für die Herstellung lösten die Forscher die Guanin-Basen in Chloroform auf und deponierten diese Tropfen zwischen zwei Elektroden. Verdampft dieses Lösungsmittel, ordnen sich die Guanin-Moleküle selbstständig in eine Bandstruktur. Bei einer späteren Serienproduktion ließe sich die Guanin-Lösung mit den feinen Düsen eines Tintenstrahldruckers auf spezielle, lichtempfindliche Computerchips aufbringen.

Nun glauben die Wissenschaftler, auf der Grundlage ihrer Ergebnisse die Halbleiter-Eigenschaften dieser Biomoleküle für die Chipentwicklung besser nutzen zu können. Mit einer überraschend geringen Menge dieser Moleküle könnten erstaunliche elektronische Eigenschaften erreicht werden. Möglicherweise genügen in Zukunft sogar einzelne Biomoleküle, um die herkömmlichen Silizium-Schaltkreise effektiv zu ersetzen. (pte)

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