Wolfgang Amadé in den Evita-Kulissen

28. Mai 2001, 21:53
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Haider eröffnet Saison auf der Seebühne mit Ballett der Wiener Staatsoper

Klagenfurt - Zur Umrahmung "seiner" Eröffnung der heurigen Sommersaison auf der Seebühne hat sich Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (FP) das Wiener Staatsopernballett nach Klagenfurt geholt. Der offizielle Auftakt findet - wie DER STANDARD berichtete - am 30. Juni statt, danach soll es jeweils am 1. und 2. Juli zwei weitere Aufführungen geben, nebst einem Ausweichtermin, falls das Wetter nicht mitspielt. Gezeigt wird die Produktion "Wolfgang Amadé" in der Choreographie von Ballettdirektor Renato Zanella. Die Musik dazu wird über Playback eingespielt.

Zanella zeigt sich "entzückt" von der Einladung, auf der "wunderschönen Seebühne" zu tanzen. Ursprünglich habe er "Schwanensee" zeigen wollen, verriet er. Das wäre jedoch "leider" nicht möglich gewesen, weil zu diesem Zeitpunkt bereits die Kulissen für die vom Stadttheater erarbeitete Eigenproduktion des Musicals "Evita" aufgestellt seien. Das Stadttheater Klagenfurt, das unfreiwillig mit den Kulissen aushelfen muss, will ansonsten mit dem Engagemement des Staatsopernballets nichts zu tun haben.

Veranstalter ist das Land Kärnten über die Eventgesellschaft Kärnten Marketing. Die Kosten belaufen sich auf "drei bis vier Millionen Schilling", teilt Kulturreferent Jörg Haider mit. Über die Gage Zanellas herrscht Stillschweigen. Das Geld für das Staatsopernballett soll hauptsächlich über private Sponsoren aufgetrieben werden. Aus dem Kulturbudget wird es keinen Schilling geben. Er wolle sich nicht dem Vorwurf aussetzen, das Geld Kärntner Kulturinitiativen zu entziehen, meinte Haider. Stattdessen wird eine halbe Million aus dem Marketingbudget der "Kärntner Dachmarke" - übrigens gegen den vehementen Protest der Kärnten Werbung - abgezweigt.

Von Kärntens "wichtigstem Kulturevent des heurigen Sommers" wandte sich der Kärntner Landeshauptmann Montag anschließend gleich dem Sport zu und urgierte für Klagenfurt ein neues Fußballstadion um rund 250 Millionen Schilling.
(stein/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. 5. 2001)

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