"Die Schranken zwischen Kino und Oper ein bisschen abbauen"

30. Mai 2001, 08:02
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Doris Dörrie inszeniert hippieske "Cosi fan tutte"

Berlin - Filmregisseurin Doris Dörrie ("Männer") hat erstmals eine Oper inszeniert. Sie verlegte "Cosi fan tutte", das Spiel um Treue und Versuchungen, in die Hippie-Zeit der 60er Jahre. Sie hoffe, auch Kinofreunde zu einem Opernbesuch anzuregen. "Wir wollen dazu beitragen, die Schranken zwischen Kino und Oper ein bisschen abzubauen", sagte Dörrie am Montag in Berlin. Die musikalische Leitung der Mozart-Oper hat Daniel Barenboim übernommen.

Dörrie erklärte: "Ich wollte die Oper in einer Zeit spielen lassen, die mir nahe ist. Auch in Cosi fan tutte geht es um Tabus und um das Ausbrechen aus den Konventionen." Barenboim meinte: "Wenn Mozart das heute sehen könnte, würde er es nicht skandalös finden. Diese Inszenierung hat mir einmal mehr gezeigt, dass Mozarts Musik zeitlos ist." Der Dirigent lobte die Regisseurin, deren Mozart-Inszenierung kommenden Freitag an der Berliner Staatsoper Premiere haben soll. "Sie ist eine Künstlerin, die ihr Handwerk perfekt beherrscht."

Die Regisseurin sagte, sie habe kein wirkliches Verhältnis zur klassischen Musik. Dennoch habe sie sich in der Musik Mozarts sofort zu Hause gefühlt. "In meinen Filmen versuche ich, das Komische im Traurigen zu zeigen und das Traurige im Komischen. Das sind auch die Gefühle, von denen Mozart erzählt." Im Herbst will Dörrie ihren nächsten Film drehen. "Ich werde die Musik vermissen", sagte sie. (APA/AP)

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