Norweger erhalten Zugang zu russischer Atommülldeponie

28. Mai 2001, 20:36
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Über 100 ausgemusterte U-Boote rotten auf Halbinsel Kola vor sich hin - Alarmierend hohe Radioaktivität

Oslo - Erstmals hat die russische Nordmeerflotte einer ausländischen Delegation den Zugang zu ihrer Atommülldeponie in der Andrejewa-Bucht auf der Halbinsel Kola erlaubt. Eine norwegische Delegation unter Leitung des stellvertretenden Außenministers Espen Barth Eide besichtigte am Montag die Anlage, die als eine der gefährlichsten Atommülldeponien der Welt gilt. Moskau gab damit jahrelangem Drängen der Norweger nach, die sich durch die nur knapp 50 Kilometer von der norwegischen Grenze entfernt liegende Anlage bedroht fühlen.

Dies sei ein Areal, um das man sich wirklich kümmern müsse, sagte Eide nach der Besichtigung der Deponie, wo über 100 ausgemusterte Atom-U-Boote vor sich hin rotten. Eide sprach von großen Mengen radioaktiven Materials, das dort unter teilweise extrem ungünstigen Bedingungen lagere. "Wir haben eine Anlage gesehen, die von einem derartigen Verfall gekennzeichnet ist, dass unverzügliches Handeln gefordert ist", sagte der Vizeminister. Die Strahlungsmesser zeigten alarmierend hohe Werte von Radioaktivität an.

Die Deponie müsse dringend geschlossen werden, und das sei auch das Ziel der Russen, sagte er weiter. Derzeit liefen Gespräche darüber, wie man diese Riesenaufgabe in mehrere kleinere Stücke unterteilen könne. Bisher hatte Moskau ausländischen Beobachtern den Zutritt zu der Deponie versagt, weil sie in der Nähe eines streng geheimen Stützpunkts für Atom-U-Boote liegt. (APA/AP)

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