320 Arisierungsopfer bisher entschädigt

28. Mai 2001, 19:12
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Anzahl der abzuwickelnden "Fälle" steigt - Genaue Gesamtzahl bislang nicht bekannt

Wien - "Am 10. November 1938 wurde mein Vater von der Gestapo verhaftet und in das KZ von Dachau gebracht. Gleichzeitig wurde unsere Wohnung und Geschäft mit gesamtem Inhalt beschlagnahmt", schreibt ein NS-Opfer in seinem Ansuchen um Entschädigung an den Österreichischen Nationalfonds.

Wer seine Wohnung, den Hausrat und Wertgegenstände durch Arisierung verloren hat, erhält vom Nationalfonds eine Pauschalentschädigung von 7000 Dollar (rund 104.000 Schilling). Das ist ein Teil des im Jänner beschlossenen NS-Entschädigungspakets. Bisher haben 320 Anspruchsberechtigte diesen Pauschalbetrag erhalten.

Als "Grund der Verfolgung des daraus resultierenden Vermögensverlustes" kreuzen die meisten Antragsteller "Religion" oder "Abstammung" auf dem Fragebogen an. Manche fügen dann noch handschriftlich das Wort "jüdisch" hinzu.

Die Anzahl der abzuwickelnden "Fälle" werde von Monat zu Monat immer mehr, erklärte die Leiterin des Nationalfonds, Hannah Lessing, am Montag. Am Donnerstag (31. Mai) wird der Nationalfonds die dritte Tranche von Zahlungen an Arisierungsopfer aus dem Titel "Pauschalentschädigung für entzogene Mietrechte, Hausrat und persönliche Wertgegenstände" vornehmen. Diese Woche werde Geld "an mehrere Hundert" Personen überwiesen. Wie viel NS-Opfer genau berücksichtigt werden, werde allerdings erst am Auszahlungstag feststehen. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 29. 5. 2001)

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