Putin fordert von Regierung realistische Wirtschaftspolitik

28. Mai 2001, 16:57
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Druck auf Regierungschef Kasjanow

Moskau - Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Regierung am Montag zu einer realistischeren Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung aufgefordert. Die Regierung solle bei ihrer Haushaltsplanung nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen, sagte Putin dem Ministerpräsidenten Michail Kasjanow nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Itar- Tass. Putin wurde mit den Worten zitiert: "Da ist noch kein Licht am Ende des Tunnels."

Die Regierung hat bereits ihre Inflationsprognose korrigiert. Für den Haushalt 2001 war sie ursprünglich von 12 bis 14 Prozent ausgegangen, rechnet jetzt aber mit 14 bis 16 Prozent. Nach Einschätzung von Putins Wirtschaftsberater Andrei Illaronov könnte die Inflationsrate sogar 20 Prozent betragen.

Putin forderte der Nachrichtenagentur Interfax zufolge, dass im kommenden Haushaltsplan Vorgaben zu Grunde gelegt werden, die auch erfüllt werden können. "Wir sollten keine Versprechen machen, die wir nicht einhalten können", sagte er. Den Meldungen zufolge warf Putin Kasjanow mangelnde Erfolge in der Wirtschaftspolitik vor. Es wird erwartet, dass Putin in Kürze das Kabinett umbildet. (APA/Reuters)

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