Auslands-Zivildienst: Förderverein wird "zum Leben erweckt"

28. Mai 2001, 17:20
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Erste Auszahlungen an Zivildiener im Lauf des Juni geplant

Wien - Die seit Jahresbeginn erwartete Gründung des Fördervereines für den Auslands-Zivildienst geht in die Endphase. Vertreter des Innenministeriums sowie der Länder Ober- und Niederösterreich werden den Verein am Montag, bei einer Sitzung im Innenministerium "zum Leben erwecken", hieß es dazu aus dem Ministerium. Wann die Vereinsgründung rechtskräftig wird, hängt demnach von den nötigen Behördenwegen ab. Damit wäre die seit Jänner andauernde Unsicherheit über die Finanzierung des Auslandszivildienstes beendet.

Jene Gedenkdiener, die ihren Dienst seit Jänner angetreten haben, werden nicht mehr direkt vom Ministerium, sondern aus den Mitteln des Fördervereins entschädigt. Da sich die Vereinsgründung immer wieder verzögerte, haben sie bisher noch kein Geld erhalten. Eine Situation die von den Trägervereinen - sie sind für die Entsendung der Auslands-Zivildiener zuständig - unter der Hand immer wieder scharf kritisiert wurde.

Über welche Finanzmittel der Förderverein verfügen wird, ist noch unklar. Der Beitrag des Innenministeriums werde sich jedenfalls "in etwa" an den 2000 bezahlten 13 Mill. S orientieren, meinte der zuständige Sektionschef Helmuth Prugger. In welcher Höhe Ober- und Niederösterreich zum Förderverein beitragen werden ist demnach noch nicht entschieden. Ebenfalls ungeklärt ist laut Prugger noch die Besetzung der Vereinsgremien. Im Lauf des Juni soll es zu ersten Auszahlungen an die Trägerorganisationen kommen.

Diese hoffen, dass das neue Finanzierungsmodell für die Zivildiener nicht zu Einbußen führt. Bisher haben sie für ihren 14-monatigen Auslandseinsatz 138.000 Schilling erhalten. Da die tatsächlichen Kosten damit kaum abzudecken gewesen seien, hätten zahlreiche Zivildiener bis zu 150.000 Schilling aus der eigenen Tasche "drauflegen" müssen, so Christian Klösch vom Trägerverein "Gedenkdienst", der die Entsendung "seiner" 26 "Auslands-Zivis" wegen der unsicheren Finanzierung auf einen späten Termin, den 15. Juli verschoben hat.

Nicht mit der Entsendung zugewartet hat der zweite große Trägerverein "Auslandsdienst", der seit Jahresanfang 18 Zivildiener ins Ausland geschickt hat. "Wenn wir die nicht geschickt hätten, dann wäre im Ausland sofort gefragt worden: Wieso kommt da niemand?", so Auslandsdienst-Gründer Andreas Maislinger. Geld haben aber auch diese Zivildiener noch nicht bekommen. (APA)

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