ÖBB will "Rollende Landstraße" ausbauen

28. Mai 2001, 14:59
posten

Bis 2002 sollen 400.000 auf der Schiene "fahren" - 30 Prozent Steigerung bereits im ersten Quartal

Wien - Die ÖBB wollen in den nächsten Jahren ihren kombinierten Güterverkehr (Straße-Bahn-Straße) weiter ausbauen. Die so genannte "Rollende Landstraße", bei der die Lkw samt Chauffeuren auf Spezialwaggons befördert werden, soll durch Kostensenkung, Optimierung der Fahrpläne sowie zusätzliches Service attraktiviert werden. Ziel sei die Steigerung der Kapazität von derzeit 310.000 jährlich transportierten Lkw auf über 400.000 Lkw bis zum Ende 2001, so die ÖBB am Montag in einer Presseinformation.

Im Vergleich zum Vorjahr sei die "Rollende Landstraße" in den ersten drei Monaten bereits um rund 30 Prozent ausgebaut worden. Dies sei nicht nur auf den (transitvertragsbedingten) Engpass an Ökopunkten und Transitgenehmigungen für den Straßenverkehr, sondern auch auf die gute Konjunktur und das "ständig verbesserte Angebot" der ÖBB und ihrer ausländischen Partnerunternehmen zurückzuführen, so Rail-Cargo-Austria-Vorstandsdirektor Anton Hoser.

Derzeit 1.200 Lkw in rund 70 Zügen

Derzeit befördert "Rail Cargo Austria", der Güterverkehrsbereich der ÖBB, pro Werktag auf der Rollenden Landstraße 1.200 Lkw in rund 70 Zügen. Weitere Verbindungen werden der aktuellen Nachfrage angepasst. Das aktuelle Angebot umfasst die Verbindungen zwischen Brennersee und Manching, Salzburg und Ljubljana, Villach und Wels, Wels und Budapest, Wels und Sopron, Wels und Szeged (Kiskundorozsma) sowie Wörgl und Trento.

Kapazitätsausweitungen wird es vor allem auf den drei österreichischen Hauptrouten, der Brenner-, der Donau- und der Tauernachse, geben. Diese Achsen seien seit 1999 durchgehend ausgebucht. Auf der Tauern- und Donauachse seien die Züge selbst an Sonntagen voll ausgelastet, berichten die ÖBB. Ab 10. Juni 2001 soll außerdem die neue Verbindung Wels - Maribor mit 2 Zugpaaren den Betrieb aufnehmen.

Durch die Kombination der Verkehrsträger bei der "Rollenden Landstraße" erfolgt der Transport teils auf der Straße, teils auf der Schiene. Die Lkw-Fahrer können während der Zugfahrt im eigens mitgeführten Liegewagen ausspannen und ihren gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten nachkommen. Weitere Vorteile der "Rollenden Landstraße" seien die Entlastung des Straßenverkehrs, kürzere Transportzeiten sowie umweltpolitische Gesichtspunkte, so die ÖBB. (APA)

  • Artikelbild
    foto: oebb
Share if you care.