Spezialtraining für Medieneinsätze

28. Mai 2001, 14:19
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Outdoor-Seminar für Einsätze in Kriegs- oder Krisengebieten junger österreichischer Journalistinnen und Journalisten

Nicht der Lehrsaal, sondern die "freie Wildbahn" ist von Dienstag bis einschließlich Donnerstag Schauplatz des ersten Outdoor-Seminars für Einsätze in Kriegs- oder Krisengebieten junger österreichischer Journalistinnen und Journalisten. Das Konzept stammt von ORF-Redakteur Christian M. Kreuziger. Hintergrund der Idee war der Tod des Wiener Fotoreporters Nick Vogel in Slowenien im Jahr 1991 sowie die eigene Erfahrung aus zahlreichen Auslandseinsätzen, dass Medienteams vielfach nicht einmal die "elementaren Dinge" wie die Abschätzung einer Waffeneinwirkung oder das richtige Verhalten mitten im Geschehen kennen würden, so Kreuziger im Gespräch mit der APA.

Kreuziger wirkt bei dem Seminar als "Moderator", die praktische Ausbildung liegt u.a. in den Händen von Oberstleutnant Reinhard Drazenowitsch vom Bundesheer-Zentrum Jagdkampf in Wiener Neustadt sowie von Gendarmeriemajor Andreas Pichler. Nicht "Action" steht dem ORF-Redakteur zufolge im Mittelpunkt, sondern die Devise "Nicht Härte, sondern Wissen zählt".

Analyse

Teilnehmer sind fünf ORF-Mitarbeiter von Hörfunk und Fernsehen, drei Printjournalisten (Kurier, Presse, News), eine Journalistin (profil) sowie eine Rotkreuz-Mitarbeiterin und eine Psychologin, die im UNO-Auftrag bereits mehrfach in Kriegsgebieten im Einsatz war. Zu den "Lehrgegenständen" in Wiener Neustadt und Allentsteig zählt u.a. das Verhalten bei Polizei- oder Militärkontrollen, das Erkennen von Minen und Sprengfallen, die Orientierung in unbekanntem Gelände, die Respektierung von - ethnisch bedingten - Tabus, die Einweisung in lebensrettende Sofortmaßnahmen oder der Umgang mit dem Eigenschock angesichts von Kriegs- oder Katastrophenopfern als Augenzeuge oder Untersuchungsbeauftragter. Nach kurzen theoretischen Einführungen wird das Schwergewicht auf die praktische Ausbildung gelegt. Die Analyse des richtigen - oder falschen - Verhaltens erfolgt teilweise per Video. (APA)

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