Mittelständler sehen düstere Konjunkturzukunft

28. Mai 2001, 14:28
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Ein Zehntel der Firmen muss Stellen streichen

Wien - Österreichs Mittelstand sieht seine wirtschaftliche Lage derzeit weniger rosig als vor einem Jahr: Während die Stimmung im Frühjahr 2000 von Euphorie geprägt war, äußern sich die heimischen Klein- und Mittelbetriebe nun verhaltener. Gestiegene Preise, leicht rückläufige Umsätze und ein minimal verbesserter Investitionswille bestimmten das Bild, fasst die Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG (Wien) die Ergebnisse einer im April und Mai 2001 durchgeführten Befragung von über 3.000 Firmen zusammen.

Beurteilten im Frühjahr 2000 noch 61,9 Prozent der Mittelständler ihre Ordersituation als gut, so sind es heuer nur mehr 56,8 Prozent, wobei die Baubranche die schlechteste Auftragslage meldet.

Erwartungen für Umsatz und Ertrag getrübt

Auch die Erwartungen für Umsatz und Ertrag hätten sich zuletzt generell eingetrübt. So liegt die Zahl der Betriebe, die mit höheren Umsätzen rechnet, bei 49 Prozent, nach 50,8 Prozent noch vor einem Jahr. Von steigenden Erträgen gehen inzwischen nur mehr 39,5 Prozent der befragten Firmen aus (minus 2,9 Prozentpunkte). Dennoch hat sich die Investitionsbereitschaft um 0,2 Prozentpunkte leicht verbessert.

Nach unten tendiert derzeit die Personalentwicklung. Vor allem Baufirmen und überraschenderweise auch Dienstleister planen, heuer weit weniger Mitarbeiter zusätzlich einzustellen als im Vorjahr. Damit steigt auch der Anteil jener Unternehmen, die Arbeitsplätze streichen wollen, und zwar von 8,9 Prozent im Jahr 2000 auf 9,8 Prozent 2001.

Erfreuliches berichtet die Creditreform von der Insolvenzfront: Seit vergangenem Jahr sei die Zahl der Insolvenzen rückläufig, diese Tendenz werde auch heuer anhalten. Im 1. Quartal 2001 mussten 1.300 Firmen Konkurs anmelden, das waren um mehr als 100 weniger als in der Vorjahresperiode. (APA)

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