Österreichischer Homöopathie-Pionier Dorcsi verstorben

28. Mai 2001, 14:00
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Wien/München - Prof. Dr. Mathias Dorcsi, Doyen der Wiener Schule der Homöopathie, ist am Sonntag in München im 79. Lebensjahr verstorben. Der Arzt hatte viele Jahre lang für die Anerkennung dieser Form der Heilkunde gekämpft. Er lebte nach seinem Eintritt in den Ruhestand zurückgezogen in München. Nach seinem Lehr- und Lernprogramm wurden Hunderte Ärzte ausgebildet. Das Begräbnis findet Freitag um 11.00 Uhr auf dem Friedhof von Leitha-Prodersdorf statt.

Am 29. Jänner 1923 in Wien geboren, studierte Dorcsi in Innsbruck Medizin und wandte sich nach seiner Tätigkeit als Assistenzarzt im Preyerschen Kinderspital der Homöopathie zu. Er wirkte Jahrzehnte lang als Arzt in Wien. 1953 war er einer der Mitbegründer der Vereinigung homöopathischer Ärzte Österreichs.

1956 wurde Dorcsi Oberarzt am Institut für Physikalische Medizin am Krankenhaus Lainz und 1965 Leiter des Hauses der Barmherzigkeit für chronische Kranke. 1973 stellte er auf einem Ligakongress die Wiener Schule der Homöopathie vor. Ab 1975 leitete der Experte das von ihm gegründete Ludwig Boltzmann-Institut für Homöopathie.

Im selben Jahr begann Dorcsi mit den Badener Intensivkursen, in denen über die Jahrzehnte Hunderte Ärzte als Homöopathen ausgebildet wurden. 1978 übernahm der Arzt das Primariat für Physikalische Medizin und Rehabilitation In Lainz. 1980 erhielt er einen Lehrauftrag am Pharmazeutischen Institut der Universität Wien, 1984 einen für Homöopathie an der Medizinischen Fakultät Wien.

In der Zwischenzeit mit dem Professorentitel und dem Goldenen Ehrenzeichen des Landes Wien ausgezeichnet, übersiedelte er 1988 nach schwerer Krankheit nach München, wo er Homöopathiekurse für Kinderärzte an der Deutschen Akademie durchführte. Daneben leitete Dorcsi Kurse in Deutschland, Ungarn und Tschechien.(APA)

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