Schlecht gestartet: "Big Diet"

28. Mai 2001, 13:42
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Schwieriges Comeback von Margarethe Schreinemakers

Das Comeback von Margarethe Schreinemakers nach mehr als drei Jahren Bildschirmpause fiel mager aus: Die Auftaktsendung ihrer neuen Show "Big Diet" verfolgten am Sonntagabend bei RTL II nach Angaben der GfK-Fernsehforschung in Nürnberg lediglich 1,27 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 4,1 Prozent). Ausgerechnet der "große Bruder" RTL zog mit seiner US-Komödie "Dr. Dolittle" viele Zuschauer ab, auch das ARD-"Stahlnetz" und der ZDF-Film "Der Club der grünen Witwen" schnitten besser ab.

Die Reaktionen der Zuschauer auf Moderatorin Schreinemakers, die bis Ende 1997 mit ihrer Personality-Talkshow in Diensten von RTL stand, fiel recht hart aus. Im Gästebuch der "Big Diet"- Internetseite, die seit Sonntagabend nach Angaben der Firma RTL New Media rund 45.000 Seitenabrufe (Page Impressions) verzeichnete, beklagte ein Zuschauer, dass einem "bei der Moderatorin auch ohne Diät der Hunger" vergehe. Ein anderer schrieb, es sei eine "fürchterliche Idee" gewesen, Schreinemakers "aus der Versenkung" zu holen. Sie sei der "Grund für eine abzusehende Pleite" der Sendung, meinte ein weiterer Zuschauer.

Wohlfühlen

Die 42-jährige Moderatorin empfing am Sonntag sechs Frauen und sechs Männer, die innerhalb von 105 Tagen unter ständiger Kameraüberwachung und bei verlockenden kulinarischen Angeboten ihr Übergewicht abbauen wollen. Jedes verlorene Kilo wird ihnen mit einem Kilogramm Gold aufgewogen, sollten sie das Gewicht nach Ablauf der Sendung auch noch bis zum Jahresende halten. "Wir wollen mit derSendung zeigen, dass Aussehen nicht alles ist, sondern viel vom Wohlfühlen abhängt", sagte Schreinemakers (Gewicht: 52 Kilo), die aus eigener Erfahrung wusste: "Bei Diät geht die Laune runter."

Die Sendung "Big Diet" hatte schon vor dem Start eine lebhafte Vorgeschichte hinter sich: SAT.1 hatte zu Beginn dieses Jahres auf eine geplante Ausstrahlung verzichtet, weil der Sender Probleme mit werbetreibenden Nahrungsmittelherstellern bekam. RTL II griff nach der SAT.1-Absage an den TV-Produzenten Endemol zu und wählte Kandidaten für die Show aus, die zwar übergewichtig waren, aber in den Augen der RTL-II-Werbekunden nicht zu dick. So konnte die IP Deutschland, die für den Sender die Werbezeiten verkauft, mit einem Käsehersteller einen Hauptsponsor gewinnen und auch einen Getränke-, Reis- und einen Eiscremeproduzenten mit Werbespots an Land ziehen. (APA)

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