Israels Soldaten neuerlich auf palästinensischem Gebiet

28. Mai 2001, 13:45
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US-Bemühungen um ein Ende der Gewalt gehen weiter

Jerusalem - Die USA setzen ihre schwierigen Bemühungen um ein Ende der Gewalt im Nahen Osten fort. Der amerikanische Sondergesandte William Burns wollte hierzu erneut mit Palästinenserpräsident Yasser Arafat und dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon zusammenkommen. Burns hatte bei einem ersten Treffen die beiden zur Einhaltung einer Waffenruhe aufgefordert. Die Gewalt hatte auch am Sonntag angehalten. In Jerusalem explodierten innerhalb weniger Stunden zwei Autobomben, wobei neun Menschen verletzt wurden. In Tulkarem wurde am Abend 60-jähriger Palästinenser erschossen, der der Kollaboration mit Israel verdächtigt wurde.

Der israelische Regierungssprecher hatte nach der ersten Gesprächsrunde von Burns gesagt: "Man sollte über die Tatsache, dass dieser Prozess begonnen hat, ermutigt sein." Burns selbst sagte nach dem Gespräch mit Arafat in Ramallah unter Hinweis auf die neuerlichen Anschläge, er habe Arafat gedrängt, "alles Mögliche zu tun, damit solche Angriffe aufhören".

Mitchell-Vorschläge umsetzten

Sein Ziel ist es, die vom früheren US-Senator George Mitchell gemachten Vorschläge zur Beendigung des seit acht Monaten andauernden blutigen Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern umzusetzen. Israel besteht darauf, die Empfehlungen Mitchells - einen bedingungslosen Waffenstillstand, vertrauensbildende Maßnahmen und neue Verhandlungen - nacheinander zu verwirklichen. Die Palästinenser fordern dagegen die gleichzeitige Umsetzung der Mitchell-Vorschläge.

Die von der israelischen Regierung angeordnete einseitige Waffenruhe in den Palästinensergebieten zeigt erste Erfolge. Nach Angaben des israelischen Rundfunks vom Montag ist die Zahl der bewaffneten Zwischenfälle im Gazastreifen in den vergangenen Tagen drastisch gesunken.

Israels Soldaten neuerlich auf palästinensischem Gebiet

Israelische Soldaten haben im Gaza-Streifen ein siebenjähriges Palästinenser-Kind mit Schüssen verletzt. Die Soldaten eröffneten nach Krankenhausangaben von einer israelischen Siedlung aus das Feuer auf Häuser von Palästinensern. Dabei sei das Kind am Bein getroffen worden. Sein Zustand sei "stabil". Nach Angaben der palästinensischen Sicherheitskräfte schossen die an der ägyptischen Grenze stationierten Armee-Einheiten außerdem in Richtung des palästinensischen Flüchtlingslagers Jebna. Dabei seien drei Häuser beschädigt worden.

Am Montag rückten israelische Soldaten mit Panzern und Bulldozern erneut auf palästinensisches Gebiet vor, wie Augenzeugen berichteten. In der Region bei Karni seien zwei Anbauflächen und Dutzende Ölbäume zerstört worden, hieß es. Die israelische Armee erklärte, sie prüfe die Berichte.

Der schwedische Ministerpräsident Göran Persson, dessen Land derzeit den EU-Vorsitz führt, wird am Mittwoch in Kopenhagen mit Arafat zusammentreffen. Laut einer Sprecherin des amtierende EU-Ratspräsidenten ist für den 6. Juni ein Gespräch Perssons mit Sharon in Brüssel geplant. (APA/Reuters/dpa)

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