17.000 Facharbeiter fehlen der Wirtschaft

28. Mai 2001, 12:50
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Bartenstein will mehr befristete Arbeitsbewilligungen

Wien - Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) will verstärkt befristete Arbeitsbewilligungen für Ausländer einsetzen. Wie er bei einer Pressekonferenz Montag Vormittag betonte, könne er sich vorstellen, eine Art Saisonnier-Regelung auch in anderen Branchen als bisher üblich (Landwirtschaft und Tourismus) zu etablieren. Diese Pläne seien allerdings noch nicht fix, weil man bei den Verhandlungen mit dem Koalitionspartner erst am Anfang stehe.

Anlass für den neuen Vorstoß des Ministers ist eine Studie der Synthesis Forschungsgesellschaft, wonach im kommenden Jahr Österreichs Betrieben rund 17.600 Facharbeitskräfte fehlen werden.

Modifizierung des Quotensystems

Bartenstein plädiert überhaupt dafür, das derzeitige Quotensystem bei den Zuwanderern zu modifizieren. Man müsse stärker zwischen humanitären Aspekten und den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes unterscheiden. Dass damit eine Aufhebung der klassischen Quoten gemeint sei, wollte Bartenstein allerdings so nicht bestätigen. Ihm schwebt eine gesetzliche Möglichkeit vor, über einen gewissen Zeitraum befristete Quotenplätze für einzelne Berufssparten einzuführen. Der Minister hofft, dass eine entsprechende Änderung im Ausländerbeschäftigungsgesetz schon Anfang 2002 wirksam werden könnte.

Prinzipiell geht der Minister davon aus, dass ein Großteil des Fachkräfte-Mangels durch Maßnahmen im Inland behoben werden könnte. Dabei denkt er einerseits an eine Erhöhung der Frauenerwerbsquote, an eine verstärkte Beschäftigung älterer Arbeitnehmer, andererseits aber auch an eine stärkere Integration bereits in Österreich lebender Ausländer in den Arbeitsmarkt. Dass ein gewisser Teil des Arbeitskräftebedarfs durch Zuwanderung zumindest befristet gedeckt werden muss, ist allerdings für Bartenstein auch klar. Immerhin würden alle Qualifizierungsmaßnahmen zumindest drei Jahre in Anspruch nehmen.

Gemäß der Synthesis-Studie wird für das kommende Jahr ein Fachkräftemangel von 17.600 Personen erwartet. Zusätzlich wird für rund 7.400 offene Stellen ohne besonderes Fachprofil eine Verknappung prognostiziert. Am stärksten betroffen wäre der Bereich der Informationstechnologie, wo von einer Knappheit von 7.400 Fachkräften ausgegangen wird. Aber auch im Sektor der Produktionsberufe werden voraussichtlich 2.200 Fachkräfte fehlen. Überraschend ist dabei, dass es etwa auch einen Mangel an Kfz-Mechanikern oder Elektro-Installateuren gibt. (APA)

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