Gefahren beim Grillen

28. Mai 2001, 11:26
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Schwere Verbrennungen durch Verwendung von Spiritus

Wien - Ein lauschiger Abend mit Familie oder Freunde, gekühltes Bier, Würstel, Koteletts und Folienerdäpfel - der Geruch dieser kulinarischen Köstlichkeiten steigt einem in der Sommerzeit allerorts in die Nase. Grillen hat jetzt Hochsaison, doch viele unterschätzen die Gefahren, die von einem Griller ausgehen. "Jedes Jahr passieren dabei Unfälle, die mit schweren Verbrennungen enden", warnte Dr. Heinz Peter Slatin vom Österreichischen Roten Kreuz.

So werde immer wieder versucht, das Feuer durch Spiritus oder andere brennbare Flüssigkeiten in Gang zu bringen. Die Gefahr dabei sei unsichtbar, denn diese Flüssigkeiten verdampfen ab einer Temperatur von 20 Grad. Slatin: "Man steht beim Anzünden in dieser Dampfwolke, die aber blitzartig verbrennt. Außerdem kann die Flasche mit der Flüssigkeit durch Rückzündung in der Hand zu brennen beginnen."

Unfälle beim Grillen lassen sich sehr leicht vermeiden

Wenn z.B. durch einen Unfall die Kleidung zu brennen beginne, versuchen die Opfer meist wegzulaufen. Slatin: "Die betroffene Person muss jedoch daran gehindert und auf dem Boden gewälzt werden, um die Flammen - auch mit Hilfe von Tüchern, Wolldecken oder Kleidungsstücken - zu ersticken." Kleidung, die nicht am Körper fest haftet, müsse vorsichtig entfernt und der betroffene Körperteil etwa zehn bis 15 Minuten unter reines, fließendes Wasser gehalten werden. Das diene zur Schockbekämpfung, lindere den Schmerz und dämpfe die Hitze.

"Unfälle beim Grillen lassen sich aber sehr leicht vermeiden", erklärte Slatin. Der Ofen sollte stabil auf ebenem Boden und nicht in der Nähe von brennbaren Gegenständen stehen. Viele wissen nicht, dass die Glut oder der Rost des 500 Grad heiß werden kann. Zum Entfachen des Feuers sollten entsprechende Zündhilfen, keinesfalls aber Spiritus oder Benzin verwendet werden, rät Slatin. Wenn die Kohle einmal glüht, darf der Griller nicht mehr bewegt werden, Kinder und Haustiere sollten davon ferngehalten werden. "Damit die Hände nicht zu nahe an die Glut kommen, ist die Benützung von Besteck und Handschuhe ratsam", so Slatin. Zum Löschen sei es gut, Wasser oder Sand in der Nähe des Ofens stehen zu haben. (APA)

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