Schneckenbekämpfungs- mittel im Test

28. Mai 2001, 11:15
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Abwehrzäune und chemische Produkte wirksam - Fallen versagen

Wien - So gut wie jeder Gartenbesitzer wird schon einmal Bekanntschaft mit den unbeliebten Kriechtieren gemacht haben. Schnecken-Zäune, -Fallen und -Körner stehen im aktuellen "Konsument" auf dem Prüfstand. Das Ergebnis zeigt, dass sich die Schnecken am besten mit Metallzäunen abhalten lassen. Die chemische Variante, Schnecken-Körner mit den Inhaltsstoffen Methiocarb und Metaldehyd, sind ebenfalls wirksam, können aber für Haustiere und Kinder gefährlich werden. Auf der ganzen Linie versagt haben die Fallen, laut den Konsumentenschützern.

Schnecken haben einen ausgeprägten Geruchssinn

Am meisten beeindruckte im "Konsument"-Test die Wirkung der Metallzäune. Sie werden an Ort und Stelle zusammengesteckt und zum Teil in die Erde eingegraben. Der Clou: Eine überhängende Stelle, die für Schnecken unüberwindbar ist. Diese Methode kommt jedoch nicht ganz billig: Pro Quadratmeter muss bis zu 1.000 Schilling für die Abwehrzäune hingelegt werden. Im Winter sollten die Zäune ins Haus geholt werden, um deren Lebensdauer zu verlängern.

Den ausgeprägten Geruchssinn von Schnecken machten sich die Hersteller von Fallen zu Nutze. Eine Schneckenfalle lockt beispielsweise die Tiere mit Bier in ein Gefäß, um dort zu ertrinken. In diese Falle ging beim Test jedoch nur ein Bruchteil der Schnecken. Das Produkt eines dänischen Technologie-Institutes soll hingegen einen natürlichen Unterschlupf imitieren. Doch nur wenige Schnecken fanden das pyramidenförmige Häuschen als Wohnsitz attraktiv - einige verabschiedeten sich wieder durch eine kleine Öffnung an der Spitze des Häuschens.

Bekämpfung mit Salz eine Tierquälerei

Alle getesteten chemischen Schnecken-Vernichter wirkten gleich gut. Allerdings ist bei Produkten mit den Wirkstoffen Methiocarb und Metaldehyd Vorsicht angebracht. Die Wirkstoffe können für Haustiere und Kinder gefährlich werden. Laut Gesetz gelten sie jedoch nicht als giftig. Produkte mit diesen Wirkstoffen müssen daher nicht besonders gekennzeichnet werden. Panik ist zwar nicht angebracht, "Konsument" empfiehlt jedoch, auf Kinder und Haustiere aufzupassen, wenn Schneckenkörner zu Hause aufbewahrt oder im Garten gestreut werden.

Doch auch ohne mechanische Fallen oder chemische Bekämpfung lassen sich Schnecken in Schach halten. Die Kriechtiere lieben Feuchtigkeit. Daher sollte man in den Morgenstunden gießen, wenn die unliebsamen Tierchen ruhen. Am besten ist es, sie während des Tages einzusammeln. Als Lockmittel eignen sich unter einem Stein oder Dachziegel platziertes angefeuchtetes Katzen-Trockenfutter oder Basilikum. Wichtig ist es, die Falle stets feucht zu halten. "Konsument" rät, ab Juli (Beginn der Fortpflanzungszeit) die Fallenplätze öfter zu wechseln. Mit Salz bestreuen, ist Tierquälerei. Besser ist es, die eingesammelten Schnecken mit kochendem Wasser zu übergießen und im Garten in einem Loch zu vergraben. (APA)

Am kostengünstigsten und einfachsten ist es, die ungebetenen Gäste durch richtige Gartenpflege fernzuhalten. Als Helfer eignen sich auch gekaufte oder gemietete indische Laufenten, die den Schnecken den Garaus machen. Wird die Plage zu arg, bleibt nur Absammeln und Töten.
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