Tschetschenischer Präsident lädt Putin zu Friedensgesprächen ein

28. Mai 2001, 10:57
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Moskau will gegen Terrorismus und Extremismus mobilisieren

Moskau - Der Präsident der umkämpften Kaukasusrepublik Tschetschenien, Aslan Maschadow, hat die russische Staatsführung zu Friedensgesprächen aufgerufen. "Der Krieg ist ein sinnloses, gegenseitiges Morden", sagte der in Russland zur Fahndung ausgeschriebene Maschadow in einem am Montag in der russischen Zeitung "Nowaja Gaseta" veröffentlichten Interview. Maschadow bedauerte, dass es im Kreml keine "vernünftigen und nüchternen Gesprächspartner" gebe.

Der russische Präsident Wladimir Putin rief in einer Erklärung die Nachbarstaaten in der Kaukasusregion, Georgien, Armenien und Aserbaidschan, auf, die Verbreitung von Terrorismus und Extremismus zu stoppen. Putin hat in dem seit Herbst 1999 andauernden zweiten Tschetschenienkrieg jegliche Verhandlungen mit den "terroristischen" Rebellen untersagt. Bei Gefechten starben in der Vorwoche nach russischen Angaben elf Tschetschenen und 14 russische Soldaten.

Im Interview bestritt Maschadow russische Berichte, wonach Rebellen ihre eigenen Landsleute wegen angeblicher Zusammenarbeit mit Russen ermordeten. "Die tschetschenische Führung hat niemals den Befehl gegeben, Landsleute zu erschießen. Das widerspricht unserer Mentalität", sagte Maschadow in seinem ersten in Russland veröffentlichten Interview seit Monaten.

Der Wochenzeitung "Nowja Gaseta" droht ein Verfahren, weil das Veröffentlichen von Interviews mit tschetschenischen Rebellenführern in der Russischen Föderation als Verbreitung "terroristischer" Propaganda gilt. (APA/dpa)

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    Präsident Wladimir Putin

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