Telekom Austria-Aufsichtsrat auf nächste Woche verschoben

28. Mai 2001, 10:42
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Sundt darf noch eine Woche bleiben

Wien - Die ÖIAG hat die ursprünglich für Dienstag angesetzte Aufsichtsratssitzung der Telekom Austria (TA) auf nächste Woche verschoben. Dies bestätigte ÖIAG-Vorstand und TA-Aufsichtsratschef Johannes Ditz am Montag. Grund dafür seien "terminliche Probleme". Der italienische Partner habe Schwierigkeiten mit "dem Termin vor Pfingsten". Außerdem seien die Quartalszahlen der Telekom Austria sehr spät eingetroffen und sollten vor der Sitzung noch genau geprüft werden, damit sie "im Detail diskutiert werden könnten", so Ditz.

Die für Dienstag erwartete Ablöse von TA-Vorstands-Chef Heinz Sundt dürfte sich damit noch um eine weitere Woche verzögern. Auf die geplante Veröffentlichung der endgültigen Quartalszahlen am Mittwoch hat die Verschiebung der Sitzung aber keine Auswirkung. Eine zusätzliche Bewilligung der endgültigen Zahlen durch den Aufsichtsrat vor der Veröffentlichung sei nicht notwendig, erklärte TA-Sprecher Martin Bredl.

Tagesordnung unverändert

Der Betriebsrat der Telekom Austria vermutet in der Verschiebung einen engen Zusammenhang zur laufenden Personaldiskussion. Ditz bestreitet dies. Die Tagesordnung der Aufsichtsratssitzung, die unter anderem auch die Diskussion von Vorstandsfragen vorsieht, habe sich nicht verändert, so Ditz.

Informierten Kreisen zufolge soll nun nächste Woche neben TA-Chef Sundt auch TA-Technikvorstand Rudolf Fischer ausgetauscht werden. Der Schweizer Swisscom-Manager Räto Held, der zuletzt als Fischer-Nachfolger im Gespräch war, hat den TA-Eigentümer allerdings bereits eine Absage erteilt. Er wechselt Gerüchten zufolge nämlich zur Swissair.

Im TA-Betriebsrat herrscht unterdessen weiterhin Unverständnis für das Vorgehen der Eigentümer. Endlich sei Ruhe im Unternehmen eingekehrt gewesen, nun gehe die Personaldebatte wieder von vorne los. "Das hält die beste Firma nicht aus", meinte der stellvertretende Zentralausschussvorsitzende Helmut Hospodar.

Die ÖIAG ist mit einer Beteiligung von 47,8 Prozent Haupteigentümer der Telekom Austria. Die Telecom Italia hält 29,8 Prozent an der TA. (APA)

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