Wie Science Fiction aus den 50ern: Der Hüpfstab

27. Mai 2001, 22:06
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Der neue potenzielle Freizeitspaß sollte ursprünglich eigentlich Robotern Beine machen

Pittsburgh - Und noch eine Erfindung, die wir aus Donald-Duck-Comics schon seit den 50er Jahren kennen. Nach dem Super-Saugnapf zum Wände-Hochlaufen (wir berichteten) könnte bald auch der Pogo-Stock bzw. Pogo-Stab als neuer Freizeitspaß in unsere Haushalte einziehen. Der Hüpfstab, ein Werbegag und bisher wenig beachtetes Spielzeug von Roboterdesignern, könnte jetzt zu einem schicken und kommerziell überaus verwertbaren Nebenprodukt avancieren. Forscher des Carnegie Mellon University´s Robotics Institute haben im Rahmen des BowGo-Projektes den für menschliche Zwecke konstruierten Hüpfstab weiterentwickelt. Der Original-BowGo entsprang der Idee, einen federnden Fuß für Lauf- und Hüpfbewegungen von Robotern zu entwickeln und damit deren Grenzen in der Fortbewegung festzustellen.

Als BowGo bezeichnen die Entwickler die letzte Windung des Stabes. Diese überbietet laut eigenen Angaben die konventionellen Angebote in der Springhöhe und -weite sowie in der Leistungsfähigkeit. Das Kernelement bildet eine faserverstärkte zusammengesetzte Feder, die sich wie ein Bogen zur Speicherung der Sprungenergie biegt. Im Vergleich zu Stahlfedern kann die biegsame Feder zwei bis fünf Mal mehr Energie pro Einheit Masse speichern. Dabei komme auch zu keinen Gleitreibungen, die beim Seitwärtsschnallen langer Sprungfedern auftreten, so die Entwickler. Kraft- und Biegevorrichtungen der Feder sind getrennt eingerichtet, um eine hochenergetische Speicherung mit minimaler Erschütterung bei Bodenkontakt sicherzustellen. Ein Gummifuß macht den Gebrauch auf weichen Oberflächen wie Gras oder Sand möglich.

Ein halber Meter kann's schon werden

BowGo befördert den „Reiter“ rund 25 bis 50 Zentimeter in die Luft. In der langen Flugphase Balance zu halten, ist allerdings nach Ansicht der Hersteller eine Herausforderung für den Anwender. Nebenbei dient die angehaltene Zeit auf dem Hüpfstab am Boden der körperlichen Ertüchtigung, da dazu Muskeleinsatz nötig ist. „Für einige Minuten am Platz auf und ab zu springen ist einfach. Sich seitlich zu bewegen erhöht den körperlichen Einsatz, da bei jedem Sprung der Fuß auf dem Kolben mitgestoßen werden muss“, erklärte ein BowGo-Entwickler. Wie zu erwarten sei der Kalorienverbrauch bei Bergaufsprüngen wesentlich höher.

Derzeit existieren zwei getestete Prototypen. Der dritte BowGo-Typus ist bereits in Arbeit und soll in seiner Ausführung die bestehenden Designs überbieten. Lizenznehmer für die Technologie stehen noch aus. (pte/red)

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    foto: bowgo
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