Djindjic feiert den Einzug in die Pufferzone

27. Mai 2001, 21:03
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"Der größte Erfolg dieser Regierung" - Rebellenführer der UCPMB ergeben sich

Bujanovac/Belgrad - "Der Einzug der jugoslawischen Sicherheitskräfte in die 1999 eingerichtete Pufferzone in Südserbien ist einer der größten Erfolge dieser Regierung", erklärte Serbiens Ministerpräsident Zoran Djindjic. Und serbische Medien geben dem Premier Recht: Seit die Armee Ende vergangener Woche in die "Ground Safety Zone" der Kfor eingezogen ist, feiert sie die "Wiederherstellung der Kontrolle Belgrads über einen Teil seines Territoriums".

Nur langsam kamen allerdings am Freitag die Armee-und Polizeitruppen im "Sektor B" der Pufferzone voran: Minenfelder mussten geortet und entschärft werden, die Furcht vor albanischen Heckenschützen war zudem groß. Die Operation, die bis Donnerstag beendet sein soll, lief vor Fernsehkameras und unter internationaler Aufsicht ab. Hubschrauber der Nato kreisten über den diesmal verbündeten jugoslawischen Soldaten.

Ein Feuergefecht gab es jedoch: Der als Kommandant "Leschi" bekannte Führer der albanischen "Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac" (U¸CPMB) wurde dabei erschossen. Rund tausend Albaner flüchteten danach vor den serbischen Einheiten in den Kosovo.

Premier Djindjic aber zog mit dem Heer. Im mehrheitlich von Albanern bewohnten Dorf Muhovci demonstrierte er die neue serbische Politik, indem er nach albanischer Sitte in einer Männerrunde hockte und mit den Dorfältesten sprach. Djindjic beteuerte seine Bereitschaft, die Albaner in Südserbien in alle lokale politischen Institutionen zu integrieren. Er versprach, je einen Vertreter der Albaner und Bosniaken in seine Regierung aufzunehmen.

Der Vorsitzende der albanischen "Partei der demokratischen Aktion" und Bürgermeister von Presevo, Riza Halimi, bestätigte, dass die U¸CPMB ihre Waffen an die Kfor übergeben habe. Selbst der Kommandant der U¸CPMB, Sefket Musliu, ergab sich der internationalen Friedenstruppe und erklärte, die Zeit sei reif, um den Krieg in Südserbien zu beenden.

Vertreter der Albaner erwarten nun, dass in Kürze die mit der serbischen Regierung vereinbarte multiethnische albanisch-serbische Polizei eingesetzt und ganz Südserbien entmilitarisiert wird. (DER STANDARD, Print, 28.5.2001)

STANDARD-Korrespondent Andrej Ivanji
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