Ein Computerspiel für Finanzberatung

27. Mai 2001, 19:50
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Der "Finance Explorer" der Sparkassen soll ab 2002 verunsicherten Privatanlegern zu einem neuen Verständnis verhelfen

Pörtschach - Finanz- und Anlageplanung ist für die meisten Menschen immer noch ein Thema, das man gerne den Experten überlässt. Doch wer in seiner Bank dann die Vorschläge des Beraters präsentiert bekommt, fühlt sich oft überfahren mit Fachausdrücken und Produkten, die man nicht versteht.

Eine neue Software soll diese Verständnisbarriere zwischen Bank und Kunden zumindest im Sparkassensektor niederbrechen helfen, und wenn der "Finance Explorer" tatsächlich das hält, was seine Erstpräsentation vergangene Woche am Sparkassentag in Pörtschach versprochen hat, dann stellt er wirklich einen Quantensprung in Richtung moderner Finanzberatung dar. Das System soll noch in diesem Herbst in die Pilotphase gehen und ab 2002 allmählich in allen Erste-Filialen und Sparkassen eingesetzt werden.

Berater und Kunde setzen sich dabei vor einen Bildschirm, auf dem der Berater zuerst das Kundenprofil erstellt - einschließlich Einkommen, finanzielle Bedürfnisse und Risikobereitschaft. Im Bereich "Beratung" lassen sich zuerst aktuelle Themen wie eine drohende Pensionslücke anschaulich in Form von interaktiven Grafiken darstellen. Noch eindrucksvoller ist der Bereich "Berechnung", wo für einen Zeitraum von Jahrzehnten verschiedene Veranlagungsmodelle optisch aufgebaut werden, die Performance einzelner Fonds und Anlageprodukte analysiert, und schließlich ein ganzes Portfolio auf diese Weise zusammengestellt werden kann. Wenn man dann Parameter wie Anlagezeitraum oder Risikobereitschaft verändert, rechnet der Computer sofort die Folgen für die Rendite aus.

Spielerische Zusammenhänge

Der "Finance Explorer" tut nichts anderes, als ein guter Finanzberater ohnehin machen sollte, aber er stellt auf spielerische Weise die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Risiko, Ertrag und Zeit so dar, dass sie selbst ein Laie versteht.

Den Sparkassen bietet das System einen weiteren Vorteil: Weil im Computer genau nachvollzogen werden kann, welche Seiten dem Kunden gezeigt oder auch ausgedruckt wurden, kann dieser nachher nicht behaupten, er sei nicht informiert worden. Das verringert das Risiko durch die Beratungshaftung. (ef, DER STANDARD, Printausgabe 28.5.2001)

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