Zauberhafte Monster

27. Mai 2001, 21:52
posten

Tiere in Ton: Karla Kowalski im Kunsthaus Mürzzuschlag

Mürzzuschlag - Das erste Monster entstand vor ungefähr 20 Jahren. Nach und nach sind mehr daraus geworden. Jetzt sind die zauberhaften, aus Ton geformten, teils glasierten Geschöpfe der Architektin Karla Kowalski erstmals in Österreich ausgestellt. Aber nicht in Graz, wo sich partout kein geeigneter Ort für die anrührend-komischen Fabelwesen finden wollte.

Im Kunsthaus Mürzzuschlag waren die Kunstwerke, die 1997 vielen Berlinern in der Architekturgalerie Aedes East in den Hackeschen Höfen großes Vergnügen bereiteten, hoch willkommen. Eröffnet wurde die Ausstellung von Manfred Sack, einem der renommiertesten Architekturkritiker Deutschlands. Er war schon in Berlin von den sanftmütigen Ungeheuern hingerissen, bekannte der ehemalige Zeit-Redakteur.

Und sie sind in der Tat bezaubernd, die Fabelwesen der bildhauernden Architektin, die Ehemann Michael Szyszkowitz auf filigrane bizarre Gestelle stellt, was ihm nun die Sacksche Auszeichnung "begnadeter Gestellmacher" eintrug. Sie heißen Mützenhund, Junges Schwein, Nasobem, Elefant, Ziege, Löwin und Tapir.

Frech und keck

In den Fliegenden Bären haben sich schon viele verliebt, aber da gibt es auch noch den Stehenden und den Sitzenden Bären und erst die Raben: Der eine hat gestreifte Beine, der andere schreitet, der dritte liegt und ähnelt mehr einem Frosch, der nur darauf wartet, in einen Prinzen verwandelt zu werden. Die einen schauen frech, keck, die anderen müde, dann wieder melancholisch, nachdenklich. Und am liebsten möchte man die ganze keramische Menagerie einpacken und mit nach Hause nehmen.
(Denise Leising/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28. 5. 2001)

Kunsthaus Mürzzuschlag bis 24. Juni
Do-Sa 10-18 Uhr
So 10-16 Uhr
Share if you care.