Mauerbach pleite, Verkehrskonzept stockt

28. Mai 2001, 19:27
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Keine Busspur: Im Westen Wiens fehlen 30.000 Schilling für Maßnahmen gegen den Stau

Wien/Mauerbach/Purkersdorf - Was den täglichen Stau angeht, sei seine Heimatgemeinde "funktional ein Teil von Wien", meint Purkersdorfs Umweltstadtrat und Alternativlistenführer Josef Baum. Nerven und Zeit kos-tendes Schritttempo morgens und nachmittags durch die Wiener (in Wien: Linzer) Straße, für Pkw wie für die "Öffis": "Eine Busspur muss her", befindet Baum.

Eine "grenzüberschreitende Busspur", die aus Wien heraus ins niederösterreichische Purkersdorf leite, ergänzt der Regionalmanager für das Wiener Umland, Andreas Hacker. Grenzüberschreitend wie alle Maßnahmen im Rahmen eines regionalen Verkehrskonzepts. Weil: vom "Fahrgast-Leitsystem" bis zur "Beschleunigung des Schnell-bahntakts", was immer man verkehrspolitisch wolle, sechs Wienerwaldgemeinden und die beiden Wiener Bezirke Hietzing und Penzing müssten es gemeinsam entscheiden.

Doch das können sie (derzeit) nicht. Weil Mauerbach nicht mitspielt. "Das Verkehrskonzept ist wichtig, doch uns fehlt das Geld", erläutert Mauerbachs Bürgermeister Gottfried Jelinek.

Konkret sind's 30.000 Schilling (2180 Euro), die der Gemeinderat seit einem Jahr nicht freigibt. Nicht freigeben kann, "weil wir nach früheren Versäumnissen einen strikten Sparkurs fahren", wie die Nummer eins einer von der VP abgespalteten Liste präzisiert. Auf alle Fälle bis Juli: "Dann muss das vom Land geforderte Nachtragsbudget stehen", meint Jelinek, der gemeindeintern von der VP hart kritisiert wird.

Stimmen aus der Region sprechen von einer "paralysierten und letztlich unregierbaren Gemeinde". Zur Not werde man das Verkehrskonzept eben ohne Mauerbach beschließen, heißt es.

(Irene Brickner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.05.2001)

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