Clark fordert geschlossenes Vorgehen der NATO in Mazedonien

27. Mai 2001, 19:16
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"Einsatz, bevor sich die Positionen verhärten"

Washington/Kumanovo - Die NATO soll sich nach Ansicht von Ex-Oberbefehlshaber Wesley Clark stärker um eine Lösung des Konflikts zwischen Albaner-Rebellen und der Armee in Mazedonien vorgehen. Noch bevor sich die Positionen der Konfliktparteien verhärteten, müsse sich das Verteidigungsbündnis einsetzen, sagte Clark am Sonntag im US-Fernsehen. "Es handelt sich im Wesentlichen um ein politisches Problem," sagte Clark.

Er hatte 1999 im Kosovo-Krieg die Luftangriffe der Allianz gegen Jugoslawien unter dem damaligen Präsidenten Slobodan Milosevic befehligt. Die Erfahrung der NATO auf dem Balkan habe gezeigt, dass die Lösung eines Konfliktes zwischen Volksgruppen schwieriger werde, wenn es Tote gebe und sich die Konfliktparteien verbitterten, betonte Clark.

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia forderte der frühere mazedonische Präsident Kiro Gligorov, nur "bei äußerster Notwendigkeit" mit Gewalt gegen die Albanerrebellen vorzugehen. Bei der Gründungssitzung eines politischen Balkan-Clubs sagte Gligorov vor rund 30 Präsidenten und ranghohen Staatsvertretern aus Balkan-Ländern, die "Wünsche (der Albaner) müssten in einer Atmosphäre der Toleranz und des gegenseitigen Respekte auf den Tisch gelegt werden". (APA)

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