Schnelle Datenübertragung soll Motorola Beine machen

27. Mai 2001, 19:27
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Österreich-Tochter des US-Handyriesen setzt auf UMTS-Vorstufe GPRS

Wien - Nach der Schlappe im Jahr 2000 will Peter Levak, der Österreich-Chef des US-Handyriesen Motorola, heuer zumindest wieder an das Rekordjahr 1999 aufschließen. "Der Schlüssel dazu wird sein, das Loch zwischen GSM und der neuen Handygeneration UMTS zu schließen", sagt Levak im Gespräch mit dem STANDARD. Er gehe nicht davon aus, dass es eine einzige "Killerapplikation" gebe und setzt daher voll auf den Ausbau der mobilen Datenwelt mit der UMTS-Vorstufe GPRS (General Packet Radio Service).

Der Umsatzeinbruch im Vorjahr um 18 Prozent auf 1,2 Mrd. S (87,2 Mio. EURO) sei nur zum Teil auf die Investitionsschwäche der Branche, der Rest sei auf eine hausgemacht Vertriebsschwäche zurückzuführen, so Levak. Sein persönliches Ziel seien heuer 1,5 Mrd. S Umsatz.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass Motorola derzeit auf Platz vier hinter Nokia, Siemens und Ericsson rangiert - ex aequo mit Alcatel. Zuwächse sollen auch Breitbandsysteme bringen, die Motorola neuerdings in einer eigenen Sparte gebündelt hat. Hier will Levak mit Kabelmodems und Settop-Boxen punkten. In zwei bis drei Jahren will Motorola auf Rang zwei zurückkehren. Der frühe GPRS-Start - bei diesem Übertragungssystem werden Daten in Paketform übertragen, was Geschwindigkeit bringt - habe sich bereits gelohnt. Die Auftragsbücher seien gefüllt, weil Motorola Monate hindurch als einziger Hersteller GPRS-Handys liefern konnte.

Kostendruck

Allerdings sei auch der vom Mutterkonzern angeschlagene Kostendruck beträchtlich. Wie berichtet, musste auch der US-Handyriese Gewinnwarnungen geben und Tausende Mitarbeiter kündigen. Österreich sei davon allerdings nicht betroffen, heißt es.

Dass Motorola bis dato noch bei keinem der sechs Handyfunker mit einem UMTS-Auftrag landen konnte, beunruhigt Levak nicht. Erstens stünden noch die Basisaufträge von Telefónica und Hutchison aus, und zweitens "könnte es passieren, dass die Operators bei der Vergabe von Folgeaufträgen noch neue Anbieter konsultieren". (ung/DER STANDARD, Printausgabe 28.5.2001)

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