Frühe Ablöse Sundts wird Millionen kosten

28. Mai 2001, 10:45
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ÖIAG-Chef Alfred Heinzel könnte auch mit den jetzigen AUA-Vorständen leben

Wien - Die geplante vorzeitige Ablöse des Telekom-Austria-Vorstands Heinz Sundt stößt weiterhin auf massiven Widerstand des Betriebsrates. Dieser droht laut Nachrichtenmagazin Format sogar mit einer Haftungsklage, sollten die Kapitalvertreter den TA-Chef "abmontieren".

Der TA-Vorstandswechsel sei mit Kosten von bis zu 52 Millionen Schilling (3,78 Millionoen Euro) verbunden, die Sundt als Ablöse bekomme. Zudem, so der Betriebsrat, habe das Unternehmen im ersten Quartal 2001 durchwegs positiven Ergebnisse erzielt. Käme es zu einem Vorstandswechsel, würde die Telekom Austria neuerlich ein halbes Jahr stillstehen, argumentiert der Betriebsrat. Wie berichtet, soll nach Plänen von ÖIAG-Vorstand Johann Ditz der Schweizer Papiermanager Ernst Häberli Sundt als TA-Chef ablösen. Doch Häberli stößt auf Widerstand des TA-Kleinaktionärs Telecom Italia.

Kein Totalverkauf in dieser Legislaturperiode

ÖIAG-Aufsichtsratschef Alfred Heinzel schloss in einem ausführlichen Interview mit dem Nachrichtenmagazin profil einen Verkauf der TA innerhalb dieser Legislaturperiode aus und ging damit noch einen Schritt weiter als Ditz, der nur für die nächsten zwei Jahre ausgeschlossen hatte, die 47-Prozent-Anteile der ÖIAG zu verkaufen.

"In den nächsten zwei, drei Jahren steht eine Steigerung er Performance, eine Wertsteigerung der Telekom Austria im Programm, kein Verkauf", sagte der medienscheue Heinzel.

Als Grund, warum die ÖIAG nun definitiv vom "Privatisierungsauftrag" der Regierung abweiche, eine solche Totalprivatisierung bis Ende dieser Legislaturperiode durchzuführen, nannte Heinzel: "Ein Koalitionspakt bedeutet für mich ja keine vorgehaltene Pistole, die mich zwingt, etwas verkaufen zu müssen. Ich verkaufe nur etwas, wenn ich einen Wert dafür bekomme."

AUA-Vorstandswechsel

Die vorzeitige Ablöse des AUA-Vorstandsduos Rehulka und Bammer sei "ausschließlich Sache des AUA-Aufsichtsrates". Er, Heinzel, "hätte es auch voll und ganz respektiert, wenn der AUA-Aufsichtsrat keine Änderung im Vorstand vorgenommen hätte".

Heinzel führte das "extrem schlechte Image der ÖIAG-Führung zur Hälfte auf tatsächliche Fehler der ÖIAG-Organe und zur Hälfte auf den schlechten Verkauf der Leistungen zurück. (red/DER STANDARD, Printausgabe 28.5.2001)

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